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Das Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen usw. durch Einzelkämpfer

von Andreas Klein

Die Einführung dieses Sonderabzeichens wurde mit Erlass des OKH vom 09. März 1942 genehmigt, nachdem an der Front, bedingt durch die technische Unterlegenheit der vorhandenen Panzerabwehrgeschütze, die Soldaten oftmals selbst den Kampf gegen feindliche Panzer aufnehmen mussten.

Das Sonderabzeichen wurde an Soldaten verliehen, die nach dem 22. Juni 1942 als Einzelkämpfer mit Nahkampfwaffen oder Nahkampfmitteln einen Panzerkampfwagen oder ein gepanzertes Fahrzeug vernichtet oder außer Gefecht gesetzt hatten. Als Nahkampfmitteln galten zunächst die Panzerbüchse, Gewehrgranate und geballte Ladung. Mit Verfügung vom 18. Dezember 1943 wurden auch die Raketenpanzerbüchse 43 (sog. Offenrohr oder Panzerschreck) und die Panzerfaust offiziell als Nahkampfwaffe für den Erwerb des Sonderabzeichens anerkannt. Auch ohne gesonderte Nennung wurden in der Praxis auch die Hafthohlladung, Brandflasche und sonstige selbstgefertigte Nahkampfmittel aller Art anerkannt.


Das Sonderabzeichen besteht aus einem Band aus Aluminiumgespinst mit 2 schmalen schwarzen Streifen auf dem ein aus Blech ausgestanzter Panzer angebracht ist. Als Vorlage für diesen Panzer diente der Panzer IV mit Kurzrohrkanone. Die Panzer sind entweder aus Eisen- oder Buntmetallblech und folglich magnetisch. Die Befestigung des Panzers erfolgte mit Hilfe dreier Metallstifte. Die Rückseite ist zur Verstärkung mit einer rechteckigen Metallplatte aus Eisen- oder Zinkblech unterlegt. Die Platte hat 3 Bohrungen zur Aufnahme der Befestigungsstifte. Die Rückseite wurde danach mit einer Stoffauflage versehen, die meist von dunkelgrauer Farbe sind. Man findet aber auch die Farbtöne blaugrau, dunkelblau oder schwarz. Die 3 Stifte sind deutlich unter der Stoffabdeckung fühlbar.

Pro vernichtetem Panzer wurde ein Abzeichen verliehen, Erfolgte die Vernichtung des Panzer durch eine Panzerschreck Bedienung erhielt jeder Soldat dieser Bedienung ein Sonderabzeichen. Das Abzeichen wurde am rechten Oberarm der Feldbluse getragen. Als Nachweis über die Verleihung erhielt der jeweilige Soldat eine Abschrift des Bataillonsbefehls und eine Eintragung in das Soldbuch, da ein offizielles Besitzzeugnis nicht eingeführt wurde. In der Praxis bü rgerte sich allerdings ein, dass eine Bescheinigung ausgestellt wurde. Diese reichen vom einfachen Schreiben bis hin zu einer Urkunde mit Bild des Sonderabzeichens. Die Texte der Bescheinung variieren ebenfalls.

Das Abzeichen sollte laut Verfügung nur an Angehörige des Heeres und der Luftwaffe verliehen werden. Die Verleihung erfolgte allerdings auch an die gegen Kriegsende an Land kämpfenden Soldaten der Marine.

Aufgrund des Kriegsverlaufs war es bereits im Jahr 1943 erforderlich, ein weiteres Abzeichen zu schaffen. Es handelt sich um das gleiche Abzeichen allerdings auf goldenem Band und wurde für die Vernichtung von 5 Panzern verliehen. Die bis zur Vernichtung des 5. Panzers verliehenen Anzeichen waren dann abzulegen, blieben am im Besitz des jeweiligen Soldaten. Die offizielle Einführung erfolgte mit Verf gung vom 18. Dezember 1943.

Das goldene Anzeichen kam in folgenden Varianten zur Verleihung:

- goldfarbiges Band mit schwarzem oder stahlgrauem Panzer
- goldfarbiges Band mit goldfarbigen Panzer
- silbernes Band mit goldfarbigem Panzer

Zeitgenössische Originale weisen mit geringen Abweichungen folgende Maße auf:

1. Panzervernichtungsabzeichen auf silbernen Band

Stofflitze: Größte Breite 88 mm , Größte Höhe 32 mm
Panzer: Größte Breite 43,5 mm , Größte Höhe 17,4 mm
Gegenplatte: Größte Breite 53,7 mm , Größte Höhe 20,9 mm
Höhe des schwarzen Streifens: 3 mm
Gesamtgewicht: 7,2 Gramm

2. Panzervernichtungsabzeichen auf goldfarbigen Band mit schwarzem Panzer
Stofflitze: Größte Breite 90 mm , Größte Höhe 33 mm
Panzer: Größte Breite 42,8 mm , Größte Höhe 17,8 mm
Gegenplatte: Größte Breite 53,4 mm , Größte Höhe 20,9 mm
Höhe des schwarzen Streifens: 3 mm
Gesamtgewicht: 9,9 Gramm

3. Panzervernichtungsabzeichen auf goldfarbigen Band mit goldfarbigem Panzer
Stofflitze: Größte Breite 88 mm , Größte Höhe 30 mm
Panzer: Größte Breite 43,7 mm , Größte Höhe 18,5 mm
Gegenplatte: Größte Breite 53,4 mm , Größte Höhe 20,9 mm
Höhe des schwarzen Streifens: 3 mm
Gesamtgewicht: 10,0 Gramm


Einzelne Kopien im Überblick:

Den besten Hinweis auf zeitgenössische Originale geben die oben aufgeführten Fertigungsmaße. Zudem bestehen einige Auffälligkeiten bei den mir bekannten eindeutigen Originalen, die anhand einiger Kopien dargestellt werden sollen.
Kopie Nr. 1:

Auffällig an dieser Kopie ist zunächst der Panzer. Die Kanone ist zu lang und wirkt zu dünn. Zudem wirken die Details des Panzers im Vergleich zum Original unscharf und ohne Liebe zum Detail (vgl. Darstellung der Laufrollen). Die Farbe des Bandes ist zudem weißlich und nicht silbern.
Kopie Nr. 2:

Der Panzer wirkt im Vergleich zum Original unscharf. Auffällig ist der silberne Glanz des gesamten Bandes. Dieser geht nach meiner Erfahrung durch das Tragen und die Alterung mehr oder weniger verloren. Das Band glänzt bei Originalen häufig nur noch an einigen Stellen und hat insgesamt mehr eine hellgraue Färbung. Auch wirkt das Band vom Stoff her etwas grob. Bei den Originalen weist das Gespinst feine horizontale Linien auf, die nicht unterbrochen sind.
Kopie Nr. 3