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Abzeichen für den Offiziernachwuchs

von Michael Lobbe

Mit Verfügung vom 20.Oktober 1942 wurde ein besonderes Abzeichen zur Kenntlichmachung des Offiziernachwuchses eingeführt. Es bestand aus einer Schlaufe aus zwei zusammengenähten feldgrauen Unteroffizierstressen. Üblicherweise wurde die 0,9 cm breite Borte verwendet, es kamen aber auch Schulterklappen mit der 1,5 cm breiten Tresse des Waffenrocks vor, ebenso wie aluminiumfarbende Tressen.

Die Schlaufen wurden an den unteren Enden der Schulterklappen getragen und waren meist hinten vernäht. Es wurden gelentlich auch Borten verwendet, die man mit feldgrauem Stoff unterfüttert hatte, ebenso wie reine Aufschiebeschlaufen, die nicht an die Schulterklappen angenäht wurden.

Das Abzeichen wurde bis zur Beförderung zum Leutnant von allen Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgraden getragen, und zwar von

-Offiziersbewerbern und Kriegsoffiziersbewerbern des Ersatzheeres mit Unterführerausbildung mit Versetzung in das Feldheer

-Fahnenjunkern und allen übrigen Kriegsoffiziersbewerbern und Offiziersanwärtern direkt nach der Ernennung.

Das Abzeichen wurde am 11.Januar 1943 ebenfalls für den Offiziernachwuchs der Waffenoffiziere eingeführt. Bei den Offiziersanwärtern der Sanitäts- und Veterinär-offizierslaufbahn wurde hingegen weiterhin das gotische „A“ der Militäräztlichen Akamdemie anstelle des neuen Abzeichens getragen.

Offiziersbewerber des Heeres, die zwar sicher angenommen aber noch nicht einberufen waren, durften zu ihrem Zivialanzug am linken Revers die „Anstecknadel für Offiziersbewerber des Heeres“ tragen. Diese Anstecknadel war identisch mit dem silbernen Zivilabzeichen für Beamte und Soldaten des Heeres. Eine Einschränkung gab es dabei für Einheiten der HJ, da die Anstecknadel nur von HJ-Luftwaffenhelfern, nicht aber von anderen Einheiten der HJ getragen werden durfte.


Links: Offiziersanwärter der 3.Schadron des Kavallerie Regiments 15. Ursprünglich ein normales Mannschaftsschulterstück in der guten Qualität eines Vorkriegsstückes mit handgesticken Zahlen.

Rechts: Offiziersanwärter der 3.Kompanie des Infantrie Regiments 135. Eine normale Infantrie-Mannschaftsschulterklappe mit passendem feldgrauen Kompanieknopf. Die Metallzahlen sind zwar vorschriftswidrig, wurden aber so gelegentlich von Offiziersanwärtern getragen. Die Schlaufe besteht hier aus zwei einzelnen Unteroffizierslitzen, die auf einen feldgrauen Stoffstreifen vernäht sind. Die Schlaufe selber ist auf der Rückseite an die Schulterklappe angenäht.


Links: Ein stärker getragenes Stück eines Offiziersanwärters im Unteroffiziersrang des Regiments Großdeutschland. Die beiden Litzen der Schlaufe sind hier einzeln, rückseitig kreuzweise, vernäht. Es handelt sich um ein sogenanntes mitgefördertes Mannschaftsstück, d.h., die Unteroffizierslitze ist nachträglich aufgenäht worden.

Rechts: Hier handelt es sich um einen Feldwebel des Pz.Gren.Reg.15. Nach der Einstufung zum Offiziersbewerber mussten die Auflagen, der Rangstern und die metallene "15", nach oben versetzt werden, damit das Abzeichen des Offiziernachwuchses aufgebracht werden konnte.


Zwei Beispiele für rückseitige Vernähung der Abzeichen für den Offiziernachwuchs. Links die Rückseite des Stückes IR 135, rechts die GD Schulterklappe.


Links: Schulterklappe im Range eines Unterarztes der militärärztlichen Akademie. Bei den Sanitäts- und Veterinärstruppen wurde das Abzeichen für den Offiziersnachwuchs nicht getragen. Hier wurden die herkommlichen Kennzeichen für die Anwärter auf die Offizierslaufbahn beibehalten. Schulterklappen Oberfeldwebel auf Offiziersuniform im Heer = Oberfähnrich, im Sanitätsdienst = Unterarzt. Militärärtzliche Akademie = gotisches "A" anstelle Äskulapstab

Rechts: Abzeichen für Offiziersbewerber des Heeres die zwar angenommen, aber noch nicht einberufen waren, durften am linken Revers ihres Zivilanzug die "Anstecknadel für Offiziersbewerber des Heeres" tragen. Dieses war das 1934 für Soldaten und Beamte eingeführte Zivilabzeichen in Form eines Heeresadlers.


Gruppenfoto von fünf Kriegsoffiziersbewerbern, vier Unteroffizieren und einem Oberfeldwebel. Der Unteroffizier OA unten rechts trägt am rechten Oberarm das Abzeichen für Jägertruppen.

Hochzeitsfoto eines Feldwebels OA, die Abzeichen für den Offiziersnachwuchs sind gut zu sehen.