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Fotonachlass Gustav Siegfried Rödel, Eichenlaubträger

von Markus Schulze

Als 255. Soldat der deutschen Wehrmacht erhielt Gustav Siegfried Rödel am 20.06.1943 das Eichenlaub. Das Ritterkreuz wurde Ihm am 22.6.1941 verliehen. Sein letzter Dienstgrad war Oberst.

Er wurde am 24.10.1915 in Merseburg/Sachsen geboren. Als Schüler begeisterte er sich schon für das Segel bzw. Motorfliegen. Am 1.4.1936 trat er als Fahnenjunker in die Luftwaffe ein. Am 1.2.1938 wurde er zum Leutnant befördert.

1939 flog er seine ersten Kampfeinsätze bei der Jagdgruppe 88 der Legion Condor. Am 6.6. 1939 erhielt er das Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern.

Im September 1939 nahm er bei der I./JG 21 am Polenfeldzug teil, wo er seinen ersten Luftsieg errang.

Kurz darauf hatte er ein prägendes Erlebnis: Er wurde selbst abgeschossen und musste hinter den polnischen Linien in einem Moor Notlanden. Die Maschine begann zu versinken und das Kanzeldach ließ sich nicht öffnen. Durch ein schmales Seitenfenster konnte er im letzten Moment die Maschine verlassen. Danach wurde er drei Tage von polnischer Infanterie und Kavallerie z.T. mit Hunden – durch Westpolen gehetzt. Nur mit einer Pistole bewaffnet konnte er sich zu den deutschen Linien zurückkämpfen.

Am 17.9.1939 erhielt er das EK 2.

Er wurde insgesamt 17 mal selbst abgeschossen und 3 mal verwundet.

1940 kam er in den Stab des JG 27, erhielt am 15.6.1940 das EK1 und wurde am 1.9.1940 Kapitän der 4 Staffel. Er flog dann Einsätze gegen England, wobei er 10 Luftsiege errang. Am 14.12.1940 wurde er mit dem Ehrenpokal der Luftwaffe ausgezeichnet.

1941 folgten Einsätze über dem Balkan und nach insgesamt 20 Luftsiegen erhielt er am 22.6.1941 das Ritterkreuz.

Ab September des Jahres flog er über Nordafrika. Am 20.5.1942 wurde er Kommandeur
Der II Gruppe des JG 27. Am 1.8. erhielt er das Deutsche Kreuz in Gold, am 21.9 die Frontflugspange in Gold mit Anhänger.

Am 22.4.1943 wurde er als Major zum Kommodore des JG 27 ernannt. Am 28.5.1943 erhielt er das Ärmelband Afrika.

Das Geschwader wurde nach Griechenland verlegt. Am 20.6.1943 erhielt Gustav Rödel, nach 78 Luftsiegen, das 255. Eichenlaub zum Ritterkreuz. Es wurde Ihm von Adolf Hitler persönlich verliehen.

Am 1.5.1944 wurde er zum Oberstleutnant und bereit am 1.8.44 zum Oberst befördert. Er war damit an diesem Tag der jüngste lebende Oberst der deutschen Wehrmacht.

Ab 1.1.1945 war er Kommandeur der 2 Jagddivision in Stade. Unter Führung von Oberst Lützow bzw. Steinhoff nahm er im Januar an der bekannten Revolte gegen Hermann Göring teil.

Auf seinen 980 Feindflügen erzielte er bestätigte 98 Luftsiege, davon 12 schwere Bomber. Damit gehörte er zur Spitze der erfolgreichsten Jagdflieger gegen westalliierte Gegner.

Er soll auch der erste gewesen sein, der 16 mm Filmkameras mit Bordwaffen gekoppelt in Jagdflugzeuge einbaute.

Nach dem Krieg arbeitete er von 1950 bis 56 als Verkaufsleiter in einer Maschinenfabrik. 1957 trat er in die Bundeswehr ein und kam 1958 zur Air Defense Division im Nato Hauptquartier. Seine letzte Verwendung bei der Luftwaffe war bei der 2 . Allierten Taktischen Luftflotte.

Gustav Siegfried Rödel verstarb am 6.2.1995 in Bonn.