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Auszeichnungen eines Panzerschützen

von Alex Schmidt

Vorgestellt wird das Konvolut eines Panzerschützen ( Fahrer ) der 2. Kompanie, Panzerregiment 1 der 1. Panzer - Division. Das Konvolut besteht aus folgenden Auszeichnungen:

Eisernes Kreuz 2. Klasse

Eisernes Kreuz 1. Klasse


Panzerkampfabzeichen in Silber

Panzerkampfabzeichen in Silber mit Einsatzzahl 25


Verwundetenabzeichen in Schwarz

Verwundetenabzeichen in Gold


Medaille Winterschlacht im Osten 1941 / 42

ein Eichenblatt aus Metall, Divisionszeichen der 1. Panzerdivision


beide Schulterstücke des Unteroffiziers

nicht abgebildet :
ein Totenkopf vom Kragenspiegel der Panzertruppe des Heeres,
ein Wehrmacht Traditionstotenkopf, ähnlich dem der Panzertruppe


Am 11. Oktober 1919 wurde Rudolf Löll  in Aßlar - jetzt Lahn-Dill-Kreis / Hessen - geboren.

Im Januar 1940 trat der Unteroffizier in Erfurt der Panzertruppe bei. Bis zu seiner Gefangennahme Ende April 1945 war er als Panzerschütze ( Fahrer ) in der 2. Kompanie, Panzerregiment 1 der 1. Panzerdivision eingesetzt.

Ab Januar 1940 bis zur Ausstattung der I. Abteilung, Panzerregiment 1 mit dem neuen Panzer V  - Panther -, fuhr er den Panzer III.


Er kämpfte ab Juni 1941 bis zum Ende des Krieges mit der 1. Panzerdivision an der Ostfront und mit Teilen der Division in Italien.

Mit Beginn des Russlandfeldzuges am 22. Juni 1941 überschritt er mit der 1. Panzer - Division um 03:05 Uhr die Grenze zu Litauen.

Am 23. Juni 1941 nahm er im südlichen Litauen bei Rossinie – Vosailiskis an der großen Panzerschlacht teil, durchbrach die Stalin - Linie und war an der Einnahme von Ostrow beteiligt.

22.6.1941. Krieg gegen Russland. Die Kompanie steht zum Angriff bereit

Panzer - Angriff im Raum Vosailiskis


Während dem Angriff  2. Kompanie im Panzer- Kampf bei Rossienie (Vosailiskis), Kampf um eine Ortschaft

Links: 2. Juli 1941  Bereitstellung zum Durchbruch der Stalin - Linie. Es folgte der Vorstoß auf Pleskau. Am 9. Juli 1941 wurde die Luga überquert und der Brückenkopf Sabsk gebildet. Rechts: Abgeschossener russischer Panzer schwerster Bauart


Besatzung : Unteroffizier Fischer, Sierau, Löll (1. von links), Bickel, Rippe

Abgeschossener T 34 im Raum Klin

Am 8. August 1941  erfolgte der Angriff aus dem Brückenkopf Sabsk und der Durchbruch durch die Luga - Stellung. Mit harten Kämpfen ging es weiter in Richtung Krasnowardeisk und Leningrad.

Neben dem Kampf um Leningrad im September 1941 war Rudolf  Lölll mit seiner Kompanie im Oktober 1941 am Kessel bei Wjasma – Brijansk eingesetzt.

Es folgten schwere Kämpfe vor und um Kalinin im Oktober 1941.

Am 18. Oktober 1941 wurde er mit seiner Einheit bei Mednoje für mehrere Tage eingeschlossen. Vier Tage später, am 22. Oktober 1941 gelang bei Kalikino – Selekez nach schwerem Kampf der Durchbruch.

Am 5. Dezember 1941 stand er mit der 1. Panzer - Division 30 km nordöstlich von Moskau.

Im Dezember 1941 kam es zu schweren Rückzugskämpfen bei Klin und Rshew, zu Abwehrkämpfen Mitte Januar 1942 bei Szytschewka und zu schweren Winterkämpfen vom 8. bis 18. Februar 1942 im Kessel von Szytschewka.

Anschließend war Rudolf Löll bei den Angriffs- und Abwehrkämpfen Anfang Mai 1942 im Raum Rshew  - Olenin - Belyj und vom 8. Mai bis zum 18. Juli 1942 südwestlich von Rshew eingesetzt.

Abwehrkämpfe Olenin – Belyj 18.5. – 18.7.42 Panzer Oberfeldwebel Strippel ist auf eine  Mine gefahren

Im Sumpf stecken gebliebener T 34

Bei Leuschino im schwerem Panzer - Kampf abgeschossene russische KW II


Am 7. August 1942 wurde Rudolf Löll mit seiner 2. Kompanie als Teil einer kleinen Kampfgruppe bei Karmanowo eingeschlossen. Der Einschließungsring konnte letztlich durchbrochen werden.

Der 27. November brachte schwere Kämpfe im Raum der Rollbahn Smolensk – Moskau und Jarzewo - Wladimirskoje, wo die Russen auf einer Breite von 15 Kilometern durchgebrochen waren. Bei diesen Kämpfen schoss die 2. Kompanie 22 Feindpanzer ab.

Anfang Januar 1943 wurde die Division aus der Front herausgenommen und kam zur Neuaufstellung nach Frankreich.

Am 20. Mai 1943 wurde die Division nach Griechenland, die I. Abteilung mit der 2. Kompanie nach Grafenwöhr verlegt.

Hier wurde Rudolf  L ö l l auf den Panther umgeschult.

Mitte September 1943 erfolgte der Transport nach Triest und Fiume in Istrien zur Partisanenbekämpfung.

Munition der Panzer (Granaten)


Panzer der I. Abteilung auf dem Transport nach Italien

Am 29. Oktober 1943 ging es zurück nach Altengrabow bei Magdeburg. Dort wurde die I. Abteilung mit den neuen Panthern ausgerüstet.

Wegen der angespannten Lage im Südabschnitt Russlands wurde die I. Abteilung am 10. November 1943 innerhalb weniger Tage nach Südrussland verlegt.

Es folgten schwerste Kämpfe ab dem 15. November 1943 bis 14. Dezember 1943 im Raum Shitomir, Fastoff – Korosten, Gorbulew und Mal-Ratscha.


Besprechung der 2. Kompanie zum neuen      Einsatz im Raum Kasatin ( Panther – Fahrer ) vorderste Reihe rechts Rudolf Löll

Die Panther beim Vormarsch auf der Rollbahn Shitomir – Kiew

Panther der 2. Kompanie im Einsatz, Abwehrkampf und auf Sicherung

Während diesen Kämpfen wurde Rudolf  Löll mit seinem Panther abgeschossen.

Die Besatzung bootete aus. Sein Kommandant konnte den schwer verwundeten Löll  aus dem Panzer retten

Die Zeit ab dem 17. Dezember 1943 bis 14. Oktober 1944 verbrachte Rudolf Löll im Reserve Lazarett Plankstetten bei Nürnberg, in einer Genesungskompanie in Erfurt und ab dem 28. Oktober 1944 war er in der Panzer Ersatz Abteilung 1 / 4. Kompanie in Erfurt.

Anfang Dezember 1944 kam er wieder zu seiner Kompanie zurück. Weihnachten 1944 war die 1. Panzer - Division bei Stuhlweißenburg / Ungarn eingesetzt, die 2. Kompanie wurde zur Neuaufstellung nach Erfurt verlegt.

Das Panzerregiment I hatte bis zu diesem Zeitpunkt 1500 Feindpanzer abgeschossen.

Am 1. Februar 1945 wurde die 2. Kompanie von Erfurt über Berlin nach Stahnsdorf verlegt. Dort erfolgte die Übernahme von neuen Panthern.

Am 4. Februar 1945 wurde mit der 2. Kompanie die Panzerabteilung „ Stahnsdorf II „ gebildet.

Bei der am 16. April 1945 begonnen letzten russischen Großoffensive wurde die Panzerabteilung „ Stahnsdorf „ am 23. April 1945 mit anderen deutschen Kampfeinheiten im Großraum Cottbus eingeschlossen.

Dabei geriet Rudolf  Löll mit dem größten Teil der eingeschlossenen Truppen in russische Gefangenschaft, aus der er noch im Jahr 1945 entlassen wurde.

Rudolf Löll  ist am 3. Mai 2006 in Aßlar im Alter von 86 Jahren gestorben.