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Ein Kindersäbel

Vorgestellt wird ein Stück, welches trotz der "Kleinen" Proportionen von "großer" Schönheit ist.

Es handelt sich um einen so genannten Kindersäbel.

Diese Kindersäbel wurden tatsächlich auch für Kinder gefertigt.

Einige aktive Offiziere waren derart patriotisch mit ihrem Vaterland verbunden, dass sie sogar ihren eigenen Kindern miniaturisierte Uniformen beschafften.

Dieser Art der "Kindermode" war schon vor dem ersten Weltkrieg bekannt und wurde im Dritten Reich weiter fortgesetzt.

Teilweise kam es hier zu ganz eigenwilligen Kreationen. Die uniformkundliche Genauigkeit wurde hier oftmals etwas außer Acht gelassen. Die Uniform verarbeitende Industrie reagierte auf derartige Nachfrage natürlich etwas stiefmütterlich.

Dennoch kamen hierzu Kreationen in ausgesprochen schöner Qualität zustande.

Der hier vorgestellte Kindersäbel stammt aus Adelsbesitz und ist von großer Detailgenauigkeit.

Ganz besonderes Augenmerk möchte ich auf die Klingenätzung lenken. Ein derartiges Ätzdekor war bisher völlig unbekannt.

Es zeigt ein im vollem Gange veranstaltetes Ritterturnier, florale Ornamentik und einen Fußturnierharnisch. Bisher ist es leider nicht gelungen eine Verbindung zu einem bestimmten Ereignis herzustellen.

Leider konnten oder wollten die Nachfahren auch keinerlei Auskünfte hierzu erteilen.

Die Ätzung der Klinge ist sehr detailgetreu hergestellt worden. Das Gefäß des Säbels wurde feuervergoldet. Die Scheide wurde auf bekannte Weise schwarz lackiert.

Als einer der häufigsten Produzenten derartiger Kinderblankwaffen ist hier der Hersteller WKC zu nennen. Meistens waren diese Stücke aber ohne Hersteller versehen.

Um Eigenverletzungen vorzubeugen wurden oftmals die Klingenspitzen rund geschliffen.

Häufig kommen aber Kindersäbel/Degen/Dolche auch in ganz einfachen Ausführungen vor. Ich erinnere hierzu nur an den bekannten RAD-Hauer komplett aus Holz.

Diese Stücke stammen oftmals von sehr kleinen Firmen oder waren sogar Eigenkreationen.

Der mit abgebildete Kriegsmarinesäbel dient nur als Größenvergleich.

Naturgemäß waren diese aufwendigeren Stücke nur den Kindern aus besser gestellten Familien vergönnt. Diese Stücke wurden direkt in Auftrag geben. Sie waren in dieser Form keinesfall "von der Stange" erhältlich.