Listinus Toplisten

EK 1939 - 1.Klasse im original Verleihungsetui, ohne Hersteller, jedoch ein typisches 65er

Nachdem die Herrschaft der Nationalsozialisten seit 1933 eine radikale Änderung in der Ordensfrage brachte, so dass in den Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg die vorher verpönten Ehrenzeichen aller Art in großer Zahl neu eingeführt wurden, brachte das Jahr 1939 eine weitere Neustiftung des Eisernen Kreuzes. Die veränderten Verhältnisse spiegelten sich in folgenden Änderungen wieder: auf der Vorderseite Hakenkreuz und das Stiftungsjahr 1939, auf der Rückseite das Jahr 1813, der Orden am schwarz-weiß-roten Band wurde in der 1. Klasse als Steckkreuz im Original, in der 2. Klasse gewöhnlich als Band im Knopfloch getragen.

Verliehen wurden etwa 300.000 Eiserne Kreuze 1. und 2,3 Millionen 2. Klasse. Die Hochachtung der Zeitgenossen vor der Auszeichnung belegt, dass das von Beginn des Krieges an festzustellende Bemühen Erfolg hatte, die vielfach als zu großzügig kritisierte Verleihungspraxis des Ersten Weltkrieges nicht wieder einreißen zu lassen und vor allem die Verleihung an Angehörige von Stäben zu bremsen. Mehrfach ergingen Verfügungen mit dieser Zielsetzung. Neu gestiftet wurde als Zwischenstufe zwischen dem Eisernen Kreuz 1.Klasse und dem nur einmal, nach dem Frankreichfeldzug an den Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, verliehenem Großkreuz das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz.

Es sollte hervorragende Tapferkeit, weit überdurchschnittliche Verdienste in der Truppenführung oder eine kampfentscheidende Leistung nach selbständigem Entschluss auszeichnen. Die Träger des Ritterkreuzes, wie es allgemein verkürzt genannt wird, genossen als Privileg den Anspruch auf Ehrenbezeigung, und ihnen wurden für die Zeit nach dem Krieg materielle Vergünstigungen in Aussicht gestellt. Trotz sparsamer Verleihung zeigte sich bald die Notwendigkeit der Stiftung weiterer Stufen zum Eisernen Kreuz, wollte man Wiederholungsverleihungen vermeiden und den Orden weiter wie bisher als den Tapferkeitsorden schlechthin erhalten. So wurden folgende weitere Stufen zum Ritterkreuz geschaffen: 1940 das Eichenlaub zum Ritterkreuz (ca. 850mal verliehen), die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub (etwa 150mal), 1941 die Brillanten zum Eichenlaub (27mal) und im Dezember 1944 das Goldene Eichenlaub zur Ehrung der zwölf höchstbewährten Einzelkämpfer. Es wurde allerdings nur einmal, am 1.Januar 1945 an den Oberst der Luftwaffe Hans-Ullrich Rudel, verliehen. Das in allen Stufen insgesamt etwa 8.370mal verliehene Ritterkreuz galt als außerordentlich schwer zu erringende deutsche Tapferkeitsauszeichnung, die deshalb hoch geachtet ist und deren Träger als Helden der Nation gefeiert wurden. Als Ersatz für das Eiserne Kreuz am weißen Bande wurde zur Anerkennung von Verdiensten um die Kriegführung 1939 das Kriegsverdienstkreuz, mit und ohne Schwertern, je nachdem, ob unter feindlicher Waffeneinwirkung verdient, in der Form eines achtspitzigen Malteserkreuzes mit dem Hakenkreuz in der Mitte gestiftet, 1940 hierzu ein Ritterkreuz, später zusätzlich das Goldene Ritterkreuz.

Die Daten dieses Stückes:

Abmessungen:

Breite: 44,20 mm
Höhe: 44,26 mm
Gewicht: 20,84 gr

Für dieses Stück liegt eine Expertise von Detlev Niemann vor.