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Konvolut des in England gefallenen Oberfeldwebel Herbert Datzert

Der Oberfeldwebel Helmut Datzert trat am 1.4.1935 in die Luftwaffe ein und durchlief in der 3.Kompanie der Schiffstammabteilung in Bremerhaven, was auf die offizielle Nichtexistenz der Luftwaffe zurückzuführen ist, die Grundausbildung bis zum 26.6.1935. Danach wurde er zur 1.Kompanie der Fliegergruppe in Neumünster versetzt. Am 1.4.1936 wurde Datzert zum Gefreiten und am schon bald, am 1.11.37 zum Unteroffizier befördert. Während dieser Zeit durchlief Datzert versch. Lehrgänge und Ausbildungen, unter anderem die Ausbildung zum Flugzeugführer, an verschiedenen Fliegerschulen bzw. Fliegereinheiten der Luftwaffe.

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Weitere Versetzungen an verschiedenen Fliegerschulen folgten. Am 15.10.1939 wurde Datzert von der 3.Kompanie des 3. Flieger Eratzbataillon 26 versetzt, als Pilot zur 1. Kampfstaffel der Kampfgruppe 606 nach Kassel. Bei der Kampfgruppe 606 unternahm Datzert zahlreiche Feindflüge, unter anderem flog an einem Großangriff auf Liverpool vom 29.8.1940 - 7.9.1940 mit insgesammt 3 Feindflügen mit. Herbert Datzert kehrte mit seinen Kameraden am 23.10.1941 nicht von einem Feindflug aus England zurück, und wurde von der Kampfgruppe 606 als vermißt gemeldet. Die Kriegsgefangenenstelle der Royal Airforce teilte dem Deutschen Roten Kreuz, über das internationale Komitee des Roten Kreuzes in Genf mit, das die Maschine mit Herbert Datzert und seinen Kameraden am 22.10.1941 in der Nähe von Market-Drayton in der Grafschaft Shropshire abgeschossen wurde und mit seinen Kameraden auf dem Friedhof der Kirche in Stoke-upon-Tern, nähe Market-Dryton beigesetzt wurde. (Bilder der Anschreiben) Weitere Schreiben gingen an die Wehrmachtsauskunftstelle für Kriegsverluste und Kriegsgefangene des Oberkommandos der Wehrmacht. Herbert Datzert wurde zusammen mit seinem Kameraden Feldwebel Erich Neukirchen in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Die Kriegsgefangenenstelle der Royal Airforce dokumentierte die ungewöhnlich ehrenvolle Beerdigung der Besatzung mit großen Bildern, die am 28.10.1941 über das Internationale Rote Kreuz an die Wehrmachtsauskunftstelle gesendet wurden. (1), (2), (3)

Die Wehrmachtsauskunftstelle leitete die Bilder und Unterlagen weiter an die Witwe des Oberfeldwebels. Daraufhin konnte am 5.1.1942 die
Sterbeurkunde ausgestellt werden. Der Oberfeldwebel Herbert Datzert erhielt nach seiner Ausbildung zum Flugzeugführer das Flugzeugführerabzeichen. Datzert wurde am 26.10.1940 mit dem EK II.Klasse für Tapferkeit vor dem Feinde auf einem Feindflug ausgezeichnet. Am 13.6.41 wurde Datzert mit der Dienstauszeichnung der Luftwaffe IV. Klasse und am 18.11.41 nachträglich mit EK I.Klasse ausgezeichnet. Außerdem besaß Herbert Datzert das Reichssportabzeichen. Über dieses Konvolut kann gesagt werden, das es wohl ein seltenes Belegstück ist, das auch in Kriegszeiten ehrenvoll mit Kriegsgegenern umgegangen wurde, was diese Bilder der Royal Airforce belegen. Es zeigt auch sehr schön den Narichtenweg und Meldeweg über das Komitee des Internationalen Roten Kreuzes in Genf, das die Unterlagen und Bilder direkt an die Wehrmachstauskunftstelle in Berlin weiterleitete.

Auch der Wehrpass mit der interessanten und seltenen Vorderstempelung ist ein hoch wertvolles Belegstück. Besonders hervorzuheben sind die ersten Eintragungen bei der Überstellung in die Luftwaffe, "1. Komp. Flg. Gr. Neumünster" diese Bezeichnung stammt noch aus der Zeit 1933-35, als der Aufbau der Luftwaffe noch getarnt wurde. Diese wurde in versch. Fliegergruppen mit Ortsangaben unterteilt. Auch interessant die Vermissteneintragung im Wehrpass, die nach der Benarichtigung durch das DRK durchgestrichen, und in eine Gefalleneneintragung umgeändert wurde. Die Eintragungen nahm der Kommandeur der Staffel selbst vor.

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Sterbeurkunde