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Die Rangabzeichen der Generalität des Heeres

von Michael Lobbe

Dieser Aufsatz soll einen Überblick über die Entwicklung der Rangabzeichen der Generalität des Heeres von der Einführung der ersten besonderen Uniform für Generale bis zum Ende des zweiten Weltkriegs geben. Die Einführungen und Veränderungen der Rangabzeichen wird am Beispiel des Königreichs Preussen veranschaulicht, da die Armeen anderer deutscher Staaten die preussischen Generalsabzeichen, teilweise leicht verändert, nach der Gründung des Deutschen Kaiserreiches übernahmen.

Ein Schwerpunkt dieser Darstellung liegt auf dem Überblick über Rangabzeichen der Generalität des Heeres im Dritten Reich, sowie einigen Variationen in Machart und Laufbahnen, die auch in Bildform dargestellt werden.

Auf weitere spezifische Themen der Uniformentwicklung der Generalität soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden, da der Umfang der Uniformierungsgeschichte und deren Veränderungen für die verschiedenen Truppengattungen des deutschen Heeres den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen würden.

Es wird nur unter Erschwernissen möglich sein, bei diesem Thema alle Varianten der Rangabzeichen lückenlos und umfassend darstellen zu können. Die gezeigten Stücke sollen deshalb die schriftliche Ausführung veranschaulichen und unterstützen und einen Eindruck davon vermitteln, dass auch dieser, auf den ersten Blick zwar sehr spezielle aber anscheinend überschaubare Bereich des Effektensammelns in der Vielfalt seinen Reiz bietet, und erheben dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Danken möchte ich an dieser Stelle einem guten Freund, der mir durch zur Verfügungstellung einiger seiner Sammlungsstücke die Ausschmückung dieses Aufsatzes möglich machte.


Die preussiche Armee

Bis zum Jahr 1803 existierte in Preußen keine besondere Uniform bzw. keine Uniform mit einheitlichen Abzeichen für die Generale des Heeres. Lediglich die Plumage am Hut kennzeichnete den General als solchen. 1790 führte König Friedrich Wilhlem II. zuerst eine besondere Uniform für Generale der Kavallerie ein. Diese würde dann 1803 abgelöst durch die besondere Uniform für alle Generale des Heeres. Mit Allerhöchster Kabinetts-Ordre vom 26.02.1803 wurde eine goldene Eichenlaubstickerei auf Kragen und Ärmelaufschlägen des Gala- und Paraderocks eingeführt, die in einer ab 1860 leichteren Form bis zur erneuten Änderung der Generalsuniform unter König und Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1900 von allen Generalen des Heeres getragen wurde.

Generalsfeldmarschall Freiherr von der Goltz im Paraderock mit gestickem Kragen, Kantille und Schulterband der Generale

Das Achselband und die Kantille des Gala- und Paraderocks (bis 1856 der Frack, danach der sog. große Waffenrock) wurden auf dem Interims-Leibrock nur bis 1813 getragen, danach durch die neu eingeführen Epauletts ersetzt. Zur Einführung von Gradabzeichen kam es erst im Jahre 1830. Als Rangabzeichen wurde für Generale in Preußen festgesetzt (A.K.O. vom 27.02.1830), dass die Epauletten des Generalmajors keinen Stern, die des General-Leutnants einen goldenen Stern und die eines Generals der Infanterie oder der Kavallerie zwei goldene Sterne tragen sollen.

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Die sehr seltene Achselklappe eines preussichen Generalfeldmarschalls. Die Details der Marschallsstäbe sind gut zu erkennen.

Der Generalfeldmarschall trug zwei gekreuzte, abwechselnd von der Königskrone und dem Preussenadler geschmückte, silberne Marschallsstäbe auf den Epauletts. Nach Schaffung des Dienstgrades des Generalobersten bzw. des General-Feldzeugmeisters bei der Artillerie im Jahre 1854, wurde dieser neue Dienstgrad durch drei goldene Sterne gekennzeichnet. Die als Generalfeldmarschälle charakterisierten Generale der Infantrie, bzw. der Kavallerie und die Generalobersten im Range eines Generalfeldmarschalls trugen neben ihren jeweiligen Sternen ebenfalls die gekreuzten Marschallstäbe auf den Epauletts. Ab dem Jahr 1911 sollten keine chrakterisierten Generalsfeldmaschälle mehr ernannt werden. Dafür trug nun der Generalsoberst vier Sterne.

Als Neuerung bei der Uniformierung wurden im Jahre 1866 zu den Epauletts sogenannte Feld-Achselstücke eingeführt, die im Großen und Ganzen in Form und Aussehen bis 1918 gleich blieben. Sie bestanden aus drei nebeneinander liegenden Schnursträngen die so geflochten waren, das sich oben eine abgerundete Knopfschlinge, seitliche je vier und unten zwei Bögen bildeten. Die beiden äußeren Rundschnüre waren golden, die innere Schnur silberfarben, durchwirkt mit schwarzer Seide. Andere deutsche Staaten durchwirken die innere Silberschur ebenfalls mit ihrer jeweiligen Landesfarbe, zum Beipiel die Königreiche Bayern (blau) oder Sachsen (grün). Diese landsmannschaftliche Kennung blieb ebenfalls bis ins Jahr 1918 erhalten. Seit dem Jahr 1906 wurde für die Mittellitze statt der bis dahin verwendeten Kantschnur nunmehr Plattschnur verwendet.

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Zwei verschiedene preussiche Achselstücke für Generale. Beim links abgebildeten General der Infantrie, Artillerie usw. ist sehr gut die in schwarzer Seide gehaltete Mittellitze der inneren Schnur zu erkennen. Das rechte Schulterstück zeigt die typische zinoberrote Tuchfütterung.

Die Sterne auf den Achselstücken waren aus Weißmetall bzw. versilbert. Die in der Frühzeit ursprünglich aus echtem Silber gefertigten Marschallstäbe waren später aus versilbertem Aluminium. Die Achselstücke wurden ohne Vorstöße hergestellt und hatten eine zinoberrote (ponceaurote) Tuchunterlage bzw. Tuchfütterung, die sich in ihren Ausmaßen der Schnurpflechtung anpasst und bei aufgeknöpften Schulterstücken nicht zu sehen ist. Bei späteren Stücken wurden Vorstöße geführt.


General „a la suite“ und General als Chef eines Regiments

Die Stellung als General „a la suite“ eines Regiments spiegelte sich auch in der Ausstattung der Rangabzeichen wieder. Als besondere Ehrung, zum Beispiel beim Ausscheiden aus dem aktiven Dienst, konnte ein General „a la suite“ eines Regiments, „an die Seite des Regiments“, gestellt werden. Diese Generale, meist mit dem Regiment als Stammtruppenteil oder als ehemaliger langjähriger Kommandeur verbunden, wurden in der Rangliste weiterhin als aktive Offiziere des Regiments geführt. Sie konnten wahlweise entweder die Uniform des Regiments mit den üblichen Generalseffekten ihres Ranges tragen, oder Sie konnten die Uniform eines Generals tragen, mit speziell gefertigten Generalsschulterstücken, die die Abzeichen ihres Regiments, also Armeekorpsfarbe und Zahl bzw. Symbol trugen. Durch die Einführung von Feldgrau und Waffenfarbe im Jahre 1915 wurden die Vorstöße an den Schulterklappen der „a la suite“ gestellten Generale der Waffenfarbe ihres Regiments angeglichen. In der Alten Armee waren alle Generale bis ins Jahr 1809 Regiments-Chefs gewesen. Durch A.K.O. vom 19.11.1809 wurde die Stellung eines Generals als Chef eines Regiments nur noch als besondere Auszeichnung verliehen und wurde ebenso wie die Stellung „a la suite“ eines Truppenteils, druch die oben genannten Veränderungen an Rangabzeichen bzw. Uniform gekennzeichnet.

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Ein Schulterstück eines Generals a la Suite im Range eines General-Leutnants des Infantrie Regiments Freiherr von Sparr, 3.Westf.No.16, Köln, den sog. "Hacketäuern". Die Unterschiede zu den üblichen Generalsschulterstücken sind gut zu sehen: der Vorstoß in Waffenfarbe (was das Schulterstück auf nach 1915 datiert) und die Zahl des Regiments.

Reichwehr und Wehrmacht

Die Machart der Schulterstücke hat sich seit der Einführung der Feld-Achselstücke 1866 nicht wesentlich verändert. Sie bestanden nach wie vor aus zwei äußeren Rundschnüren und einer inneren Plattschnur mit einer roten Tuchunterlage bzw. einem Tuchfutter. Die Anzahl von vier Außenbögen, im Gegensatz zu den fünf Bögen der Stabsoffiziere, wurde beibehalten. 1927 führte die Reichwehr ein, ähnlich dem der Vorläuferarmeen, hochrotes, nicht sichtbares Unterfutter ein. Nach Angolia/Schlicht konnte ein Übergang zur Tuchunterlage nicht festgestellt werden. Noch 1934 wurde von einer Tuchfütterung bei Generalen und von einer Tuchunterlage bei den übrigen Offizieren gesprochen. Tatsache ist jedoch, dass schon ab Mitte der dreißiger Jahre hochrote Tuchunterlagen von Generalen getragen wurden.

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Eine schöne Effektengruppe eines Generals der Wehrmacht

Die Generäle der Reichswehr trugen ab 1919 keine landsmannschaftlichen Farben in der inneren Schnur. Diese war rein silberfarben. Während des zweiten Weltkriegs 1939 änderte sich die Farbe der inneren Schnur bei Generalsschulterstücken in aluminiumfarben. Die beiden äußeren Rundschnüre waren hellgoldene Gespinstschnüre, die später duch goldgelbe Cellon-Strangschnüre ersetzt wurden. Zum Feldanzug wurden auch matte Schnüre getragen.


Der Generalfeldmarschall

In der neuen Wehrmacht wurde es mit der Ernennung des Reichskriegsministers v.Blomberg zum Generalfeldmarschall am 20. April 1936 erstmalig notwendig, Schulterstücke für diesen Dienstgrad zu schaffen. Verwandt wurden hierbei die üblichen Generalsschulterstücke des Heeres mit einer Auflage aus zwei gekreuzten Marschallsstäben, welche im Detail aber nicht dem verliehenden Marschallsstab entsprachen, sondern ein Rautenmuster aufwiesen, wie es von den Generalfeldmarschällen der früheren Bayrischen Armee getragen wurde. Erst mit der Ernennung von neun weiteren Generalfeldmarschällen nach dem Frankreichfeldzug am 19. Juli 1940 wurde das endgültig Muster eingeführt. Die Auflagen entsprachen nun in ihrer Gestaltung dem Marschallsstab des Heeres. Mit der Veröffentlichung im Heeres-Verordnungsblatt vom 03. April 1941 wurden die Rangabzeichen für Generalfeldmarschälle dahingehend geändert, die geflochtenen Schulterstücke aus drei goldfarbenen Schnüren zu fertigen. Hier kommen sowohl Stücke mit zwei Rundschnüren und einer inneren Plattschnur vor, als auch Stücke aus drei Rundschnüren. In der Praxis wurden allerdings oftmals die in üblicher Art geflochtenen Generalsschulterstücke weitergetragen. Die Gestalltung der Marschallsstäbe wurde beibehalten, jedoch wurden vereinzelt Auflagen der Luftwaffe getragen, die neben dem Eisernen Kreuz und dem Wehrmachtsadler auch das Balkenkreuz aufwiesen. Weitere Änderungen der Rangabzeichen für die Generalität des Heeres hat man bis zum Kriegsende Mai 1945 nicht mehr vorgenommen.

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Ein schönes paar Schulterklappen im Range eines Generalleutnants mit angenähten Knebeln zum einstecken in die Schulternaht der Rockärmels für die Sommeruniform. Dazu ein passender Brustadler für Generale in der Metallvariante, ebenfalls an der Sommeruniform getragen.

Generale mit der Uniform und als Chef eines Regiments

Angelehnt an den General „a la suite“ gab es in der Wehrmacht Generale mit der Uniform eines Regiments, welche als besondere Ehrung verliehen wurde. Für das Jahr 1938 lassen sich 29 Generale, 4 Generaloberste und 1 Generalfeldmarschall mit der Uniform eines Regiments ermitteln. Diese Stellung hatte genauso wie das Pendant in der kaiserlichen Armee eine Änderung der Rangabzeichen nach Waffenfarbe und Zahlenauflage zurfolge. Einer Tradition aus der Alten Armee folgend und mit ähnlichen Merkmalen wie zuvor beschreiben, gab es in der Wehrmacht Generale als Chef eines Regiments. Zum Chef eines Regiments wurden 3 Generalsfeldmarschälle, 2 Generaloberste und 1 General ernannt.


Generale der Sonderlaufbahnen

Die hochrote Farbe der Generalität des Heeres sollte nach einer Verfügung von April 1944 allein den Truppengenerälen vorbehalten bleiben. Somit wurden neu anzuschaffende Schulterklappen und Kragenspiegel der Generäle der Sanitäts-, Veterinär- und Waffenlaufbahnen, der Kraftfahrparktruppe und des Truppensonderdienstes mit Tuchunterlagen in Waffenfarbe gefertigt. Die Auftragefrist für die herkömmlichen hochroten Generalseffekten wurde zunächst bis September 1944 begrenzt, dann aber bis auf weiteres verlängert. Das zeigen, das die betroffenen Generale ihre Abzeichen oftmals nicht tatsächlich ausgetauscht haben. Vielmehr wurde versucht, die traditionelle Generalsfarbe, das Hochrot, weiterzutragen. Deshalb und auch aufgrund der recht überschaubaren Anzahl der in Betracht kommenden Personen, sind Schulterstücke von Generalen der Fachlaufbahnen heutzutage Raritäten.

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Fünf sehr seltene Schulterstücke verschiedener Generalsränge der Sonderlaufbahnen, Waffen-SS und Polizei. Von links nach rechts:

1) Generalsarzt im Range eines Generalmajors mit rückseitiger Tresse als Abzeichen für Verabschiedete

2) Generalrichter (Reichkriegsgerichtsrat) im Range eines Generalmajors, in der seltene Waffenfarbe Weinrot für Wehrmachtsrichter (Sonderlaufbahn des Truppensonderdienstes ab 01.05.1944)

3) SS-Brigadeführer (im Range eines Generalsmajors) auf der typischen mausgrauen Tuchunterlage

4) Genaralstabsintendant der allgemeinen Heeresverwaltung im Range eines Generalleutnants (Nebenfarbe hochrot)

5) General der Schutzpolizei

Kragenspiegel und Ärmelaufschläge

Unter Ablösung der im Jahre 1803 in Preussen eingeführten Eichenlaubstickerei für die Generalität des Heeres wurde durch A.K.O. vom 22.03.1900 eine neue Stickerei für den Kragen und die Aufschläge an der Interimsuniform eingeführt. Wilhelm II. bestimmte hierzu die Stickerei, die das Regiment Alt-Larisch (angeblich) im siebenjährigen Krieg trug. Daher trägt die Rankenwerk- (Arabesken-) Muster - Stickerei der Generalskragenspiegel und -ärmelaufschläge heute im allgemeinen Sprachgebrauch den Namen Larisch-Stickerei. Auch wird diese Art der Stickerei daher gelegentlich ebenfalls als altpreussiche Stickerei bezeichnet.
Neuzeitlich wurde allerdings in Fachkreisen darüber gestritten, ob man diese traditionelle Bezeichnung nicht durch eine historisch korrektere ablösen sollte. Als Wilhelm II. die neue Stickerei für seine Generale einführte, bestimmte er dazu die Stickerei des Regimentes 26 der Rangliste von 1806 - Infantrie-Regiment Alt-Larisch. Als Vorlage diente allerdings das Musterbuch der preussichen Offiziers- usw. -Stickereien aus der Zeit Friedrich des Großen. Ursprünglich übernahm im Jahre 1730 ein Henning Alexander v. Kleist das Regiment 26 und führte sehr wahrscheinlich eine neue Stickerei für sein Offizierskorps ein. Bis Karl Leopold von Larisch das Regiment 1795 übernahm, hatte sich die getragene Stickerei allerdings grundlegend verändert. So wurde als Bezeichnung für diese Stickerei der Name des Regiments 26 der Rangliste von 1806 gewählt, die Mustervorlage stammte allerdings aus friedrizianischer Zeit, so dass die Bezeichnung v. Kleist-Stickerei historisch betrachtet genauer wäre. Da aber die Bezeichnung Larisch-Stickerei in Preussen offiziell für diese Arabeskenmuster-Stickerei eingeführt wurde und bis heute im allgemeinen Sprachgebrauch und in der Literatur bestand hat, halte ich eine Änderung im angeblichen Bemühen um eine historische Richtigkeit für müßig.

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Ärmelpatten für Generale der Wehrmacht

Die Armeen anderer deutscher Staaten übernahmen die Stickerei ebenfalls für die Uniformen ihrer Generalität, nachdem in Preussen 1909 die Interimsuniform für Generale den Paradewaffenrock ablöste und allgemeine Generalsuniform wurde. Diese neben dem Paradewaffenrock für Generale getragene sog. Interims-Uniform (für den täglichen Dienst) war vorher ohne besondere Ausschmückung und wurde in Ablösung des Paradewaffenrocks mit A.K.O. vom 21.12.1909 mit neuer Verzierung, d.h. mit Kragenpatten in sog. Larisch-Stickerei, als Waffenrock von der Generaliät des Heeres getragen. In der bayrischen Armee wurde beispielsweise dieselbe, allerdings silberfarbene Stickerei getragen. Die Larisch-Stickerei wird noch heute von den Generalen der Bundeswehr getragen.

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Ein bayrischer Generals-Kragenspiegel in silberner Stickerei auf Feldgrau

Die Arabeskenstickerei weist eine geliederte Spitze mit zwei mittig angeordenten und nach oben und unten gerichtete Blättern auf. Im Gegensatz zu den Ärmelpatten zeigten die Kragenpatten an einem Ende des Rankenmusters den typischen sechstrahligen, nach unten gerichteten Schweif. Vor dem Kriege wurden die Patten mit hellem Goldgespinst oder goldgelbem Cellon bestickt, im Krieg verwendete man mattgoldenes Stickmaterial. Einige der während des Krieges produzierte Patten weisen eine zweifarbige Stickerei auf: das Rankenwerk ist in hell-goldgelben Cellon gestickt, die beiden Blätter wurden hingegen aus dunkel-goldgelbem Cellon angefertigt. Für Generalsfeldmarschälle wurde bereits im April 1941 eine Änderung der Kragenpatten bestimmt. Es sollten nicht mehr zwei, sondern drei Blätter in der Kragenstickerei den Generalfeldmarschall in besondere Weise kennzeichnen. Ebenso wie bei den geänderten Schulterstücken für Generalfeldmarschälle wurde diese Neuerung zwar sukzessive umgesetzt, aber nicht von jedem in die Praxis tatsächlich befolgt.

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Drei Kragenspiegel der Generalität Wehmacht in verschiedenen Ausführungen:
- Oben: Ausführung aus hellen Cellon auf einer Tuchunterlage ohne Rücken, die direkt auf der Uniform vernäht wurde. So auch verwendet auf Sommer- bzw. Afrikaröcken.
- Mitte: Ausführung in zweifarbigen Cellon
- Unten: schöne vorkriegsstickerei aus Metallgarn

Dienstgradabzeichen an Bekleidungsstücken ohne Schulterstücke

Als im August 1942 beim Heer neuartige Dienstgradabzeichen für Bekleidungsstücke ohne Schulterstücke bzw. -klappen eingeführt wurden, erfolgte die Umsetzung dieser neuen Verordnung nur schleppend. Vorgesehen waren die neuen Ärmelabzeichen u.a. für Schnee- und Winteranzüge, Windblusen, Tropenhemden usw. Gerade an den Hemden konnte sich die Tragung dieser neuen Ärmelrangabzeichen nicht durchsetzen. Um so seltener diese Randabzeichen beim Heer getragen wurden, um so öfter findet man sie an Bekleidungsstücken der Waffen-SS. Durch die im besonderen bei Einheiten der Waffen-SS geförderte Tarnbekleidung, welche zuerst ohne jegliche Rangabzeichen getragen wurden, wurde die Tragung dieser Ärmelrangabzeichen erst weiter verbreitet. Das SS-Führungs-Hauptamt übernahm im Jahre 1942 die bereits beim Heer eingeführten besonderen Dienstgradabzeichen unverändert. Somit sind auf Heeresgenerale zurückgehende Oberarm-Dienstgradabzeichen von großer Seltenheit.
Die Oberarm-Dienstgradabzeichen der Generalität des Heeres waren auf schwarzem Grundtuch mit einer goldgelben Stickerei aus liegenden Eichenlaubblättern und zwei nach oben gerichteten Eicheln und gleichfarbigen Borten oder Goldtressen, je nach Dienstgrad, gefertigt. Übliche Oberam-Rangabzeichen wurden auf dünnem Stoff gedruckt. Für die Generalität kamen Sie jedoch weitaus häufiger als gestickte Abzeichen vor. Die Rangabzeichen wurden auf dem linken Oberarm ca. 10 cm unterhalb der Ärmelnaht getragen.

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Sehr seltenes Oberarm Rangabzeichen für Generale, hier für einen Generalmajor

Die Generalsränge der Wehrmacht

Aus der Tradition der vorgehenden deutschen Armeen behielt auch das Heer der Wehrmacht die bekannten Generalsränge bei, welche ich als letzten Punkt dieses Aufsatzes der Übersicht halber auflisten möchte:

Schulterstücke:

Generalmajor: ohne Stern
Generalleutnant: ein silberner Stern
General der Infantrie, Artillerie, Kavallerie, Panzertruppen, usw.:
zwei silberne Sterne
Generaloberst: drei silberne Sterne
Generaloberst mit dem Rang eines Generalfeldmarschalls:
vier silberne Sterne (dieser Rang wurde nie verliehen)
Generalfeldmarschall: zwei gekreuzte Marschallstäbe, nach o.g. Mustern