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Stabsflaggen

von Heinrich König

Kommandierende Offiziere von Einheiten ab Bataillonsstärke waren berechtigt Stabsflaggen (Stander) zu führen. In der Praxis wurden oftmals schon von Kompaniechefs solche Stander geführt. Die Stander waren oftmals an Dienst-Kfz aufgemalt bzw. wurden aus Metall bzw. Stoff gefertigt und am Kfz befestigt.

Die Art und Größe der jeweiligen Stander variiert nach der Größe der Einheit.

Nachfolgend ist eine Übersicht über die unterschiedlichen Stander aus dem Reibert von 1940 abgebildet.

Generell war die Höhe der Stander ca. 1/3 der Länge.

In Friedenszeiten trugen die Stander oftmals die Einheitsbezeichnung in Form von arabischen Zahlen. In Kriegszeiten entfiel die Einheitenbezeichnung und es wurden oftmals die internen Truppenkennzeichen angebracht. Zusätzlich zu den Standern wurden oftmals etwas größere Ausführungen vor dem jeweiligen Stabsgebäude bzw. Gefechtsstand aufgezogen.

Die obige Abbildung zeigt den Regimentsstander eines Artillerie Kommandeurs. Deutlich ist die 26 als Regimentsbezeichnung zu erkennen.

Die nächste Abbildung zeigt den Stander eines Pionierbataillons während einer Parade.

Der hier vorliegende Stander ist der eines Regimentskommandeurs der Infanterie(Erkenntlich an der weißen Waffenfarbe der Infanterie im mittleren Balken). Es handelt sich dabei um die Kriegsausführung des Standers ohne die Einheitsbezeichnung. Dieses Stück kann allerdings dem Infanterieregiment 23 zugeschrieben werden. Es wurde vermutlich durch den Ordonanzoffizier/Adjutanten aufbewahrt.

Der Stander ist aus Stoff gefertigt und im inneren durch einen Eisenrahmen stabilisiert.

Bei dem vorliegenden Stück fehlt leider die Befestigungsstange für die Montage am Kfz und die Schutzhülle.

Solche Kommandostander haben nur in sehr seltenen Fällen die Zeit überdauert und sind daher entsprechend selten am Sammlermarkt anzutreffen.