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Der Ärmelstreifen "Afrika" der Luftwaffe

von Michael Lobbe

Zur Unterstützung der italienischen Truppen gegen das Vordringen britischer Verbände in Nordafrika beschloß die deutsche Führung Anfang 1941 die Aufstellung eines sog. "Panzer-Sperrverbandes" unter General Rommel. Zur Versorgung und Unterstützung dieses Heeresverbandes wurden Einheiten der Luftwaffe und der Marine abgestellt. Der Oberbefehlshaber des Herres stiftete bereits 1941 den Ärmelstreifen "Afrikakorps, dem die Ärmelstreifen "Afrika" durch Luftwaffe und Marine folgten.

Bei diesen Ärmelstreifen handelt es sich nicht um Kampfabzeichen sondern um Truppenverbandsabzeichen, die der Kenntlichmachung des Truppenteils dienten.

Durch Verfügung vom 25. Februar 1942 wurde ein Ärmelstreifen "Afrika" als Zugehörigkeitsabzeichen für Angehörige aller in Afrika eingesetzten Einheiten der Luftwaffe eingeführt. Er bestand aus einem ca. 3,2 cm breiten dunkelblauen Tuchband mit dem in lateinischer Schrift aufgestickten Schriftzug "Afrika"; in silberner Stickerei für Offiziere und in mattweißer für Unteroffiziere und Mannschaften (die Marine hatte goldene/gelbe Stickerei) ohne Randstreifen. Die Ärmelstreifen durften nur für die Dauer der Zugehörigkeit zu diesen Verbänden getragen werden, auch auf Heimaturlaub oder in europäischer Lazaretten. Bei Kommandierung zu anderen Einheiten oder Herauslösung des Verbandes aus dem Kampfraum Afrika war der Ärmelstreifen abzulegen. Entgültig abzulegen waren die Ärmelstreifen aller drei Teilstreitkräfte mit Einführung des Ärmelbandes "Afrika". Bei diesem aus braunen Kamelhaarstoff gefertigten Ärmelband wurde der in weißgrau gestickte Schriftzug "Afrika" von ebensolchen Palmen und einem ca. 3 bis 4 mm beiten Randstreifen eingerahmt.

Häufig wird keine klare Begriffsbestimmung zwischen "Ärmelband" und "Ärmelstreifen" vorgenommen. Hier ist jedoch zu unterscheiden. Die Ärmelbänder "Kreta", "Afrika", "Kurland" und "Metz" wurden für bestimmte Gefechte oder Unternehmen gestiftet und nach festgelegten Verleihungskreterien persönlich mit Vergabe einer Urkunde und dem Eintrag ins Soldbuch verliehen. Sie besitzen somit Auszeichnungscharkter. Das Ärmelband "Afrika" wurde laut der dritten Ausführungsverordnung der "Verordnung zum Schutz der Waffenabzeichen der Wehrmacht" vom 13. Januar 1943 als Kampfabzeichen der Wehrmacht eingeführt.

Demgegenüber stehen Ärmelstreifen wie das hier besprochene, wie die Ärmelstreifen "Afrikakorps" oder "Feldgendarmerie", die als reine Zugehörigkeitsabzeichen zu sehen sind.

Die Exponate stammen aus der Sammlung des Autors.

Quellen:

K.-G. Klietmann, Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1936-1945
Seite 71 ff.,Die Waffen und Kampfabzeichen der Wehrmacht, Ärmelbänder
Motorbuch Verlag Stuttgart, 9. Auflage 1999

A.Schlicht/J.R.Angolia, Die Deutsche Wehrmacht, Band 3, Die Luftwaffe
25. Kapitel, Die Tropenbekleidung und -ausrüstung,
Seite 359, Sonstige Abzeichen
Motorbuch vVerlag Stuttgart, 1. Auflage 1999

A.Schlicht/J.R.Angolia, Die Deutsche Wehrmacht, Band 1, Das Heer
Seiten 295 ff., Ärmelstreifen
Motorbuch Verlag Stuttgart, 3. überarbeitete Auflage 1996