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Das Ärmelband Kreta

von Michael Lobbe

Am frühen Morgen des 20.Mai 1941 begann unter dem Decknamen „Unternehmen Merkur“ die deutsche Invasion der von griechischen, englischen, australischen und neuseeländischen Truppen besetzten Insel Kreta.

Diese Insel sollte das erste Sprungbrett auf dem Weg zum Suezkanal werden. Danach wollte man Zypern ins Auge fassen. Rommels Afrikakorps sollte sich den Landweg zum Suezkanal durch Nordafrika freikämpfen.

Die rund 22.000 deutschen Truppen sahen sich einem fast doppelt so starken, mit schweren Waffen und Panzern ausgerüsteten Gegner gegenüber, der den Angriff in gut ausgebauten Stellungen erwartete. Zudem wurden die Commenwealthtruppen durch die britischer Mittelmeerflotte mit u.a. vier Schlachtschiffen und zehn Kreuzern unterstützt.

Am Angriff auf Kreta nahmen Teile des XI Fliegerkorps unter General Student, und Teile des VIII Fliegerkorps unter General der Fliger Frhr. von Richthofen teil, dessen Jäger-, Zerstörer- und Sturzkampfgeschwader bereits seit dem 13.05.1941 die gegnerischen Stellungen auf Kreta angriffen. Danebem standen dem XI Fliegerkorps noch dreizehn weitere zugeordnete Geschwader zbV zu Verfügung. „Zur Durchführung des Angriffs auf Kreta trafen im Aufmarschraum um Athen bis zum 14.05.1941 10 Ju-Gruppen mit 502 startklaren Flugzeugen (Soll war 539 Flugzeuge) ein.“

Der deutsche Angriff wurde wegen Betriebsstoffmangels mehrere Male, schließlich auf den 20. Mai 1941 verschoben. Da nicht genug Luftransportraum zur Verfügung stand, mußte der Luftlandeangriff der 7. Fliegerdivision unter Generalleutnant Süßmann in zwei Wellen vorgetragen werden, die sich wie folgt gliederten:

1.Welle

Das Fällschirmjäger Sturmregiment und das Fallschirmjäger Regiment 3 mit insgesamt acht Bataillonen, Einsatz in Chania, dem Flugplatz Malemes und der Sudabucht.

2.Welle

Die Fallschirmregimenter 1 und 2 mit insgesammt sechs Bataillonen, alle im Sprungeinsatz auf die Städte und Flughäfen von Rethymnon und Heraklion.

Dazu wurde dem XI.Fliegerkorps, das den Angriff ausführte, anstelle der 22. Luftlandedivision, die bereits in Holland zusammen mit den Fallschirmjägern zum Einsatz kam, die 5. Gebirgsdivision unter Generalmajor Ringel unterstellt. Nach dem Einmarsch in Athen war der Griechenlandfeldzug für die Gebirgsjäger beendet. Der nächste Einsatz folgte aber unmittelbar. Die Gebirgsjäger wurden im Laufe  der Operation Merkur mit JU 52 Transportmaschienen in Malemes luftgelandet.                  

Zusätzlich zu den Luftlandeeinheiten sollten Truppenverbände über See nach Kreta transportiert werden. Dazu wurden zwei „Leichte Schiffsstaffeln“ aufgestellt, auf denen Fallschirmjäger und Gebirgsjäger mit schweren Waffen übersetzten sollten. Am 21.-22. Mai 1941 werden die beiden kleinen Geleitzüge von der britischen Mittelmeerflotte westlich Kreta zerschlagen.

Ein genaues Stiftungsdatum des Ärmelbandes „Kreta“ konnte lt. der einschlägigen Literatur bislang nicht ermittelt werden. Allerdings wurden am 16.Oktober 1942 (Heer), am 14. August 1942 (Kriegsmarine) und am 29. September 1942 (Luftwaffe) die Stftung durch den jeweiligen Oberbefehlshaber der Wehrmachteile gesondert bekanntgegeben.

Verliehen wurde das Ärmelband „Kreta“ als Kampfabzeichen der deutschen Werhmacht an alle Truppen, die bis zum 27.Mai 1941 einschließlich auf der Insel gelandet waren, die Luftlandetruppen transportiert haben, an Kampfaufträgen gegen die Insel teilnahmen oder zu den Seetransportstaffeln gehörten. Zur Vergabe des Ärmelbandes kam es durch erheblich verzögerte Beschaffung erst Mitte des Jahres 1943 (!). Der Endtermin für die Verleihung wurde der 31. Oktober 1944 festegelegt.

Das ca. 36 mm breite Ärmelband besteht aus weißem Filzstoff. Der Schriftzug Kreta ist aus goldgelber Kunstseidenstickerei in lateinischen Buchstaben. Er wird am oberen und unteren Rand des Ärmelbandes von einer ebenfalls goldgelben Litze und recht und links von ebensolchen goldgelb gestickten, nach außen gerichteten Palmetten mit jeweils drei Blattgruppen eingefaßt.