Listinus Toplisten

EK 1914 - 1. Klasse an Schraubscheibe & in 925er Silber

1914 wurde das Eiserne Kreuz formell als preußisches, faktisch jedoch als allgemein-deutsches Ehrenzeichen neuerlich gestiftet, bei einer analog zu 1870 vollzogenen Änderung der Jahreszahl wiederum unverändert in den gleichen Klassen. Im Gegensatz zu den beiden ersten Stiftungen konnte diesmal das bisherige Niveau nicht gehalten werden: mindestens jeder dritte deutsche Soldat muss ausgezeichnet worden sein, wenn von 13 Millionen Kriegsteilnehmern fünf ein Großkreuz, etwa 200.000 ein Kreuz erster und 5,2 Millionen eines zweiter Klasse erhalten haben. Für die Frühjahrsoffensive 1918 wurde im März an Generalfeldmarschall von Hindenburg ebenfalls eine Sonderstufe des Großkreuzes verliehen: der sogenannte Hindenburgstern, analog zum Blücherstern von 1815.

Die kollektive Verleihung des Eisernen Kreuzes an den Kreuzer Emden (in Würdigung dieser Ehrung führen alle Nachfolgeschiffe gleichen Namens, darunter auch die 5. Emden der Bundesmarine, das Eiserne Kreuz am Bug) und an das Unterseeboot U 9 aufgrund außerordentlicher militärischer Erfolge der Besatzungen während des ersten Weltkrieges knüpfte an die Verleihung des Pour le Mérite an das Kanonenboot Iltis nach dem Boxeraufstand in China 1900 an.

Bis zum Jahre 1918 waren Ordensverleihungen und Stiftungen ein Reservatrecht der Landesherren: Zwar hatte Wilhelm I. als deutscher Kaiser eine Kriegsdenkmünze 1870/71 und Wilhelm II. eine China-Medaille, eine Kolonialdenkmünze und das Verwundetenabzeichen von 1918 gestiftet, Orden im eigentlichen Sinne aber haben die Kaiser stets nur in ihrer Eigenschaft als preußische Könige gestiftet und verliehen. Aus der Fülle der von den 22 Bundesfürsten verliehenen Orden seien hier einige aufgeführt, die in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund des Ordensgesetzes noch in der Gegenwart als so hochstehend eingestuft sind, dass ihren Inhabern wie bereits in der Vergangenheit eine symbolische monatliche Zahlung, der sogenannte "Ehrensold", zugebilligt wird. Nach der Revolution von 1918 wurden Orden als gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßend und als Relikte der überwundenen Monarchie hingestellt, und die Reichsverfassung verbot analog zur Verfassung von 1848 die Verleihung von Orden; hierbei wurden lediglich die bis 1924 vollzogenen Nachverleihungen des Eisernen Kreuzes für Verdienste der Weltkriegszeit ausdrücklich ausgenommen. Die Nachkriegskämpfe im Osten konnten daher nur durch halbstaatliche Stiftungen ausgezeichnet werden, unter denen das vom Generalkommando VI. Armeekorps gestiftete Schlesische Bewährungsabzeichen, der Schlesische Adler in zwei Stufen für drei- und sechsmonatige Grenzschutzzeit sowie das vom baltischen Nationalausschuss gestiftete Baltenkeuz für dreimonatigen Felddienst im Kampf um Livland und Kurland herausragten, die 1934 offiziell genehmigt wurden.