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Preußischer Ulanen - Tschapka um ca. 1910

Bei dieser Kopfbedeckung handelt es sich um einen Preußischen Ulanen - Tschapka um ca. 1910 in vollem "Wichs" aus Adelsbesitz in kompletter Offiziersausstattung !

Der Tschapka stellt eine eigentümliche Kopfbedeckund dar, welcher seine Herkunft aus polnischem Ursprung bekundet. Diese Kopfbedeckung wurde nur von den Ulanen getragen. Bis 1914 waren 21 Ulanen-Regimenter aufgestellt. Davon drei Garde-Ulanen-Regimenter.

Speziell dieser Tschapka wurde bei dem "Westfälischen Ulanen - Regiment Nr.5" mit Sitz in Düsseldorf VII. AK geführt.

Dieses Regiment wurde 1813 aufgestellt. Der Tschapka selbst wurde gegen 1910 in früher Friedensqualität hergestellt.

Beschreibung:

Tschapka Offiziersausführung

Der Tschapkakorpus wurde aus feinem Leder hergestellt.
Der Paradebusch besteht aus echtem Büffelhaar und ist hier für Preußen in den Farben schwarz/weis gehalten.
Die Fangschnur besteht aus Silbergespinnst und ist mit schwarzen Durchzügen durchwirkt.

Die Paraderapatte besteht aus feinem Wollstoff. Die Farbe der Rabatte ermöglicht unter anderem eine genauere Zuordnung zum jeweiligen Regiment. In diesem Falle weis.

Die Schuppenkette ist in der gewölbten Ausführung gehalten. Bei dieser Kopfbedeckung müssen die Schuppenketten immer gewölbt sein. Flache Schuppenketten wurden bei den Ulanen nicht verwendet.

Alle Tschapkas weisen nur eine Kokarde auf.

Der Vorderschirm wurde nicht mit einer Naht am Korpus festgenäht sondern nur an zwei Kugelkopfnieten rechts und links am Korpus  gehalten. Daher ist der Vorderschirm auch leicht beweglich.

Das Feldzeichen/Nationale besteht aus Silbergespinnst und ist mit schwarzem Samt hinterlegt.

Das Tschapkainnere ist mit einem Seidenrips ausgekleidet. In diesem Falle mit einem hellgrünen Rips. Es kommen auch viele andere Farbtöne vor.

Besonders beachtenswert sind die komplett erhaltenen einzelnen Transportbehältnisse zum Tschapka und der feldgraue Tschapkaüberzug. TB für Tschapka, TB für Paradebusch, TB für Rabatte und Fangschnur.

Stücke in dieser Komplettheit und Erhaltung sind heut zu Tage außerordentlich selten und erzielen in Auktionen und auf Sammlermärkten sehr hohe Preise.

Ist die Kopfbedeckung einer bestimmten und bekannten Persönlichkeit zuzuordnen, kann der Preis schnell noch um etliches in die Höhe steigen.

Allgemeines:

Tschapkas sollten wie alle Helme aus dem Material "Leder" niemals auf dem Vorderschirm abgestellt werden. Die Kopfbedeckung drückt sich durch ihr Eigengewicht im Laufe der Zeit kaputt. Es empfielt sich das Stück auf einen geeigneten Ständer zu stellen.

Natürlich gilt auch hier, dass Stück vor Staub und Sonneneinstrahlung zu schützen.

Restaurierungen sollten wirklich nur vom Fachmann vorgenommen werden wobei das beabsichtigte Endresultat auch im Verhältnis zum Aufwand stehen sollte. Finanziell lohnen sich aufwendige Restaurierungen meistens nicht.