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Teller mit dem EK von 1813

von Walter Wagner

Es handelt sich bei dem vorgestellten Stück um einen Teller aus dem sogenannten Feldherrengeschirr für den Prinzen Wilhelm von Preußen (dem Bruder seiner Hoheit des Königs Friedrich Wilhelm III von Preußen und spätere Kaiser Wilhelm I von Deutschland).

Auf dem Teller ist in der Mitte ein Eisernes Kreuz in der Form von 1813 dargestellt, welches von einem breiten Eichenlaubkranz umgeben ist, das wiederum von den Bändern des Eisernen Kreuzes und der Kriegsdenkmünze durchwirkt ist. Hergestellt wurde dieses Geschirr von der "Königlichen Porzellen Manufaktur Berlin (KPM)" in der Zeit von 1817 - 1821. Der vorgestellte Teller ist aus der Zeit von 1832 - 1840, in der Prinz Wilhelm mehrfach, nach den Unterlagen der KPM, Geschirrteile nachbestellt hat, unter anderem auch einige dieser Teller. Dies war nicht ungewöhnlich, da durch den Gebrauch des öfteren Teile beschädigt wurden und die KPM angehalten war, entsprechenden Ersatz auf Bestellung herzustellen.

Am Ende der Befreiungskriege (sogenannte 1813.er Kriege) wollte König Friedrich Wilhelm III einige besonders verdiente Feldherren für ihre erfolgreichen Kriegsführung auszeichnen. Da sie aber bereits mit allen hohen preußischen Orden (unter anderem EK I und EK II, Pour le Merite und Schwarzer Adler Orden) ausgezeichnet waren, fasste er den Entschluß, diese Auszeichnung durch ein Tafelservice als Ehrengeschenk vorzunehmen. Er beauftragte daher die KPM die Entwürfe für ein solches Service zu entwickeln und vorzulegen. Die Service setzten sich dann zusammen, jeweils personalisiert für den Empfänger, aus Tellern, Tassen, Schalen und Tafeldekoren, die die militärischen Bereiche des einzelnen Beliehenen umfaßten. So wurden z. B. die Tassen mit den Uniformen aller unterstellten Einheiten bemalt oder die Schalen/Schüsseln mit den Szenen der verschiedenen wichtigen Schlachten.

Ausgezeichnet wurden mit diesem Service

+ Prinz August von Preußen
+ Prinz Wilhelm von Preußen (der spätere Kaiser Wilhelm I)
+ der Prinz von Hessen-Homburg
+ General Graf Yorck von Wartenburg
+ General Graf Kleist von Nollendorf
+ General Graf Tauentzien
+ General Herzog von Wellington (jedoch ohne die EK-Geschirr-Teile)

Die jeweiligen Service wurden mit dem persönlichen Wappen des Beliehenen versehen, lediglich bei den Prinzen von Preußen wurden die Wappen nicht aufgebracht. Eine weitere Besonderheit ist, daß die Service der Prinzen von Preußen keine sogenannten Tafelaufsätze enthielten. Dies wurde vom König so entschieden, um die Service der kommandierenden Generäle gegenüber denen der Prinzen von Preußen aufzuwerten. Die Beliehenen konnten bei der Entstehung der einzelnen Teile ihre eigenen Ideen mit einbringen.

Heute existiert leider nur noch ein komplettes Service, daß des Herzog von Wellington. Dieses ist ausgestellt im Wellington Museum in London. Es gibt zu diesem Service ein Buch in dem die einzelnen Stücke abgebildet sind. Es ist in diesem Buch die besonders die Perfektion bei der Herstellung der einzelnen Stücke zu erkennen.

"Das Tafelservice der KPM für den Herzog von Wellington", Winfried und Ilse Baer, 1988, Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten Berlin, Schloß Charlottenburg.

Zwischenzeitlich ist es mir gelungen, einen weiteren Teller aus diesem Service zu erwerben. Es handelt sich hierbei um einen Teller aus der ersten Fertigungsserie.