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Bayerische Pickelhabe eines Mannschaftsdienstgrades der Reserve

Es handelt sich um eine Mannschaftshaube des 12. Bayrischen Infanterie-Regiments Prinz Arnulf Neu-Ulm des 1. Armeecorps eines Mannschaftsdienstgrades der Reserve. Das Stück wurde kammermäßig verausgabt im Jahre 1909.

Die Haube weißt zwei Stempel auf, einmal im Nackenschirm, dann im Inneren der Haube an der Stelle, wo der Pickel am Korpus besfestigt ist. Bei beiden Stempeln handelt es sich um Tintenstempel von der Bekleidungskammer, sie weisen diesen Helm als dienstlich verausgabt aus.

Das es sich beim Träger dieser Haube um einen Reservisten handelt, erkennt man an dem silbernen Kreuz auf dem Emblem.

Der gesammte Helm/Haube ist mannschaftsmäßig. Das sieht man am Lederkorpus, er ist dicker und grober als der eines Offiziershelmes oder eines Eigentumhelmes. Der Sturmriemen weist dieses Stück ebendfalls als Mannschaftsstück aus (Hier gibt es auch Ausnahmen, das würde aber jetzt zu weit führen).

Die gesamten Metallteile des Helmes sind nicht oberflächenveredelt oder nur ganz leicht. Die einzelnen Kronen des Emblems sind nicht fein durchbrochen.

Der Helm besitzt Kugelkopfsplinte, Offiziere haben Sternschrauben manchmal auch Sternsplinte.

Die Spitze des Helmes ist nicht zweifach gerändelt, zudem ist sie flach. Der Spitzenhals hat bei Offizieren einen Perlring, bei diesem Helm ist nur eine Wulst vorhanden, die Tellerbasis besitzt auch keine feine Rändelung.

Offiziers-oder auch Eigentumshelme haben einen Seidenrips im Innern des Helmes, dieser Helm hat ein gelaschtes Lederinnenfutter (Vorsicht: frühe Offiziershelme weisen ebenfalls ein feines gelaschtes Lederinnenfutter auf!).

Der Knopf 91 weist ebenfalls auf eine Mannschaftshaube hin (es kommen aber auch Offiziershelme mit VERDECKTEM Knopf 91 vor, siehe Beitrag
hier).

Die Kokarden sind rein mannschaftsmäßig, Offiziere haben größere Kokarden mit einem aufgelegtem Silberring.

Alles in allem ein waschechter Mannschaftshelm.