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Kürassier-Helm des Kürassier - Regiments Königin (Pommersches) Nr. 2

von Gunnar Herbst

Das Kürassier-Regiment Nr. 2 wurde am 2. April 1717 durch Abgabe von Unteroffizieren und Mannschaften von bereits bestehenden Regimentern aufgestellt.

Der erste Chef des Regiments war 1717 " Oberst v. d. Schulenburg ". Das Regiment stand ab 1721 in Pasewalk in Garnison.

Im Jahre 1806 wurde "Königin Louise von Preußen" Chef des Regiments (man beachte eine Frau !).

Nach zahlreichen sieg- und ruhmreichen Schlachten wurde diesem Regiment 1845 das Auszeichnungsbandeau "Hohenfriedberg 4. Juni 1745" verliehen.

Dieses Regiment nahm in der Schlacht um 1744/45 in Prag unter dem Befehl des General von Geßler bei Hohenfriedberg teil. Es erbeutete 67 Fahnen, fünf Kanonen und 2500 Gefangene der österreichischen Armee (man beachte die Reihenfolge !)

Das Kürassier - Regiment Nr. 2 gehörte zu den bevorzugten Regimentern . Das Regiment traf eine extrem harte Auslese bei den Bewerbern, die sich aus den "großen Familien aus Pommern" rekrutierten. Die Stärke des Dienstgeistes und die sehr hohe anspruchsvolle Tradition des Regiments übertraf alle anderen Betrachtungen, selbst die des Vermögens.

Nach 1918 wurde die Tradition dieses Regiments vom 1. Eskadron des Reiter - Regiments Nr. 6 in Pasewalk übernommen.

Nun zum Helm:

Bei diesem Helm handelt es sich um die letzte sehr leichte und elegante Form eines Einjährig Freiwilligen. Dieser Helm wurde seiner Zeit vom Träger privat und auf eigene Rechnung beschafft. Ein solcher Helm war damals schon sehr teuer und es war bei weitem nicht jedem vergönnt sich eine solche Kopfbedeckung in dieser Qualität leisten zu können.

Dieser hier gezeigte Helm ist im Verhältnis gesehen zu einem normalen Kammerstück mindestens um die Hälfte leichter. Durch diesen Umstand ergaben sich natürlich wesentlich höhere und bequemere Tragebedingungen.

Da das Militär zu dieser Zeit einen enormen gesellschaftlichen Stellenwert genoss, versuchte auch jeder einzelne Soldat sich durch das äußere Erscheinungsbild (die Unifor ) besonders hervorzutun (der Eine mehr, der Andere weniger).

Rein äußerlich suchten sehr viele Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere die Anlehnung an die Offiziere. Beeindruckten sie so nicht selten unter anderem die damalige Damenwelt.

Laut Vorschrift mußte der privat beschaffte Helm eines Einjährig Freiwilligen aber "mindestens" zwei Unterschiede im Detail zu einem "echten Offiziershelm" vorweisen. Bei dem hier vorgestellten Helm ist nur der Vorderschirm, die Kleeblattrosetten und die Dienstspitze nicht in Offiziersausstattung gehalten. Der gesamte Rest des Helmes ist rein offiziersmäßig ausgestattet.

Der Helm weißt ein feines Innenfutter in echter Seide auf. Das Emblem ist offiziersmäßig mit der durchbrochenen Krone und einer feinen Oberflächenveredelung versehen. Der Helm weißt reine Offizierskokarden auf und der Korpus ist extrem leicht gestaltet und fein vernickelt. Als Spitzenbasis ist dieser Helm mit einer Kleeblattbasis ausgestattet. Der Nackenschirm ist mit schwarzem Samt ausgelegt. Der Vorderschirm ist mit grünem Leder ausgekleidet.

Oftmals wurden solche Helme zeitgenössisch von ihren Trägern nachträglich noch durch das Anbringen von feineren Einzelteilen aufgewertet. Daher weisen solche Stücke des öftteren auch diverse Doppellöcher und Abänderungsspuren auf.

Auch zeitgenössische Reparaturen kommen bei Metallhelmen allgemein sehr häufig vor. Daher ist eine NICHT zeitgenössische Veränderung und Reparatur auch schwer zu erkennen.

Vorsicht:

Derartige Helme werden heut zu Tage sehr oft kopiert !

Durch das Anbringen eines kopierten Emblems mit dem Auszeichnungsbandeau auf ganz normale Kürassierhelme der Linienregimenter werden solche Helme umgebaut ! Des öfteren wird der Korpus nachvernickelt. Dieser Umstand stellt eine große Wertminderung dar.

Daher muß das Emblem immer einer ganz genauen und gründlichen Untersuchung unterzogen werden.

Ein solcher Helm ist als zeitgenössisches Original eigentlich fast nicht mehr zu bekommen. Daher ist so ein Helm heut zu Tage im Verhältnis zu einem normalen Stück der Linie auch um ein Vielfaches teurer !