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Die Kriegsdenkmünze 1864 für Combattanten

von Michael Lobbe

Für die Teilnahme am sog. Deutsch-Dänischen-Krieg im Jahre 1864 wurde die abgebildete Denkmünze am 10.November 1864 durch den preussichen König Wilhelm I. und den verbündeten österreichischen Kaiser gestiftet. Sie wurde verliehen an alle Soldaten, die " vom 01.02.1864 an bis zum Abschluß der Friedenspräliminarien am 02.08.1864 in dienstlicher Funktion die südliche Grenze von Holstein überschritten oder zur Besatzung der aus Veranlassung der dänischen Krieges in der Ostsee in Dienst gestellten Schiffen oder zum Nordseegeschwader gehört haben." (Hessenthal-Schreiber)

Der Dänische Krieg

Zu einer kriegerischen Auseinandersetzung des Königreichs Dänemark mit dem Deutschen Bund kam es schon in Folge der seitens Dänemark betriebenen Bemühungen um den Anschluß Schleswigs an das Königreich im Jahre 1848, da dadurch die seit 1460 geregelte Untrennbarkeit der beiden Herzogtümer Schleswig und Holstein verletzt wurde. Holstein gehörte dem Deutschen Bund an. Das Eingreifen preussicher Truppen endete im aufgezwungenen Waffenstillstand von Malmö. Dänemark behielt nach den Londoner Protokollen die Hoheit über beide Herzogtümer unter der Anerkenntnis ihrer Selbstständigkeit.

Die im Jahre 1863 neu gegebene Dänische Verfassung bezog das Herzogtum Schlewig allerdings entgegen besteher Verträge in das dänische Staatsgebiet mit ein. Dies hatte zu Folge, das seitens des Deutschen Bundes eine Bundesexekution gegen Dänemark verhängt wurde. Nach dem Otto von Bismark erreicht hatte, dass Österreich-Ungarn mit einbezogen wurde, führten die beiden Großmächte die Auseinandersetzung unter weitgehender Ausschaltung des Deutschen Bundes. Somit marschierten im Februar 1964 preussiche und österreichische Truppen nach Schlewig und Holstein ein.

Der preussische Sieg bei den Düppler Schanzen im April 1964 entschied den Krieg. Zum ersten mal in der europäischen Kriegsgeschichte zeigten sich moderne Wandlungen in der Kriegsführung, wie etwa das heranführen preussicher Truppen mit der Eisenbahn, der Stellungskrieg mit Schützengräben oder den ersten Einsatz von Krupp-Geschützen.

Nach dem Frieden zu Wien, mit dem die Auseinandersetzungen beendet waren, besetzen und verwalteten die Siegermächte die beiden Herzogtümer zunächst gemeinsam. Die daraus entstehenden Spannungen waren ursächlich für den Deutsch-Deutschen-Krieg von 1866.

Die Denkmünze

Die im November 1864 gestiftete und aus der Bronze erbeuteter dänischer Kanonen hergestellte Kriegsdenkmünze ist insofern ein interessantes Stück, als das diese sowohl für die preussischen Truppen, als auch für die teilnehmenden Angehörigen der österreich-ungarischen Armee vorgesehen Denkmünze, in einer jeweiligen "Länderausgabe" geprägt wurde.

So zeigt die Vorderseite der Denkmünze die Monogramme beider Souveräne. Bei der preussischen Ausgabe führt das " W " des preussichen Königs, gekrönt von der Königskrone, die beiden Monogramme an, auf der österreichisch-ungarischen Denkmünze steht das Kaisermonogram: " FJ " mit der Kaiserkrone links.

Ebenso wurde mit der Bandfarbe verfahren. Die preussiche Variante ziert ein Band in weiß - schwarz (- gelber) Abfolge, die österreichisch-ungarische Ausgabe ist gelb - scharz (- weiß) gestreift. Diese Band wird bei der preussischen Denkmünze durch eine typische gerillte Ringöse gezogen (sehr gut an den Ösen der Kreuze und Denkmünzen der abgebildeten Ordensspange zu erkennen), das österreichisch-ungarische Pendant ziert eine Kugelöse. Das auf den folgenden Abbildungen gezeigte Band an der österreichischen Ausführung der Medaille ist eine Neufertigung und wurde hier nur zur Veranschaulichung eingesetzt.

Die Rückseiten beider Denkmünzen sind gleich. Sie zeigen einen gebundenen Kranz aus Lorbeerblättern mit der vierzeiligen Devise "unseren Tapferen Kriegern 1864". Desweiteren tragen beide Münzen die Randinschrift: "Aus erobertem Geschütz".

Abgebildet ist auch eine preussische Urkunde, verliehen durch das Brandenburgische Feld-Artillerie-Regiment No.3 "General Feldzeugmeister" an den Gefreiten Karl Gottfried Richter. Dem einleitenden Passus der Urkunde ist gut die gemeinsamme Stiftung der beiden Souveräne zu entnehmen.

Die Rückseiten beider Denkmünzen sind gleich. Sie zeigen einen gebundenen Kranz aus Lorbeerblättern mit der vierzeiligen Devise "unseren Tapferen Kriegern 1864". Desweiteren tragen beide Münzen die Randinschrift: "Aus erobertem Geschütz".

Abgebildet ist auch eine preussische Urkunde, verliehen durch das Brandenburgische Feld-Artillerie-Regiment No.3 "General Feldzeugmeister" an den Gefreiten Karl Gottfried Richter. Dem einleitenden Passus der Urkunde ist gut die gemeinsamme Stiftung der beiden Souveräne zu entnehmen.