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Die "Drei-Generationen-Idee"

Bei dieser militärischen Kopfbedeckung handelt es sich um einen Helm der "Garde du Corps" Modell 1843 in der Form um 1860.

Der Träger dieses Helmes war dienstgradmäßig "Wachtmeister". Der Helm selbst ist ein "Zwischenstück" zwischen Mannschafts- und Offiziershelm.

Die pompöse und überdimensionale Formgebung war der Zeit entsprechend ganz typisch.

Die Kopfbedeckungen allgemein waren zu diesem Zeitpunkt vom Korpus her noch sehr groß und nicht sonderlich bequem zu tragen.

Wer einmal spaßeshalber einen solchen Helm aufgesetzt hat weiß, wovon die Rede ist.

Durch seine hohen "Aufbauten" bestand eigentlich immer die Gefahr, irgendwo gegen zu stoßen.

Seiner Zeit waren die Träger neben allen anderen Dingen sehr damit beschäftigt, den Helm überhaupt auf dem Kopf zu behalten.

Es kam nicht selten vor, dass die Helme einfach, besonders beim Ausritt auf dem Pferd, vom Kopf herunter fielen.

Nun war ursprünglich aber angedacht, dass ein solcher Helm mindestens "Drei Generationen" halten sollte.

Bezüglich dieses Gedankens waren diese Helme der Zeit entsprechend auch von hohem Qualitätsstandart gerfertigt worden.

Ein und der selbe Helm sollte vom Vater auf den Sohn und wiederrum an dessen Sohn weiter gegeben werden.

Nun kann man sich sicherlich vorstellen, dass das nur eine reine Wunschvorstellung war und in den seltensten Fällen tatsächlich funktioniert hat.

Dennoch wurde ein heruntergefallener und beschädigter Helm längst nicht gleich weggeschmissen. Häufig wurde hier zeitgenössisch repariert, ausgebessert und erneuert.

Auch wuchsen solche Helme der Zeit entsprechend regelrecht mit der damaligen Mode mit. Sie wurden im Laufe der Zeit vom Korpus her kleiner und zierlicher.

Selbst die frühen Helme hat man nicht etwa einfach ausrangiert sondern sie wurden häufig sogar verkürzt und verkleinert. Es kamen neue Teile hinzu und alte Teile wurden einfach ausgewechselt.

Der urspüngliche Helm des Garde du Corps hatte auch noch kein Vaterlandsbandeau. Dieses wurde ab 1860 manchmal einfach nachträglich an das urspüngliche Emblem, den Gardestern, angelötet.

Jan K. Kube erwähnt in seinem Buch "Militaria", dass Offiziere manchmal ihren Helm mit Ihrem Namen versehen als Erinnerung an ihre Person nach Beendigung ihrer Dienstzeit im Offizierscasino hinterließen.

Nun derartige Gebräuche dürften auch in der damaligen Zeit nur sehr selten vorgekommen sein, wußte man doch damals schon um den Anschaffungspreis eines solchen Helmes.

Der hier abgebildete Helm stammt übrigens vom Hersteller "Jaeger" und hat mit Sicherheit eine lange Dienstzeit hinter sich.

Um so schöner, dass dieses Stück keine nennenswerten Restaurierungen aufweist.