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Der Bayerische Militär Verdienstorden

1. Vorab etwas zur Ordenskunde allgemein:

Schon in der Antike wurden Auszeichnungen wegen militärischer Verdienste vergeben. Funde geben Zeugnis von der Vielgestaltigkeit der äußerer Anerkennung zu jener Zeit. Kreis- oder halbmondförmige Schilder aus Erz, Bronze und Silber wurden von den damaligen Kriegern sichtbar an ihrem Panzer getragen.

Neben diesen „Phaleren“ der Römer, nach denen die Ordenskunde heute Phaleristik heißt, gab es noch weitere Auszeichnungen wie z.B. Kränze (coronae) und als Werterhöhung Tuchschleifen (demnici).

Man kann sagen, daß das Auszeichnungswesen von der Antike bis zur Gegenwart um folgende drei Begriffe kreiste und immer noch kreist: Tapferkeit - Ehre – Verdienst.

Aus dem lateinischen „ordo“ abgeleitet, bezeichnete man ursprünglich kirchliche und weltliche Vereinigungen als „Orden“, deren Mitglieder sich einer geregelten Lebensform und bestimmten Verpflichtungen unterworfen hatten.

Von diesen Abzeichen der Ordensgesellschaften zur Belohnung von Treue, Anhänglichkeit und Verdienst, entstand der heute übliche Begriff des Ordens als Auszeichnung für besondere Leistungen in Frieden und Krieg.

Der Personenkreis, der mit einem Orden ausgezeichnet werden konnte, beschränkte sich jedoch auf die „oberen“ Gesellschafts- und Standesklassen. Man mußte entweder Offizier oder im zivilen Leben eine gleichgestellte Persönlichkeit sein, um mit einem Orden belohnt werden zu können.

Nach dem Vorbild der Rangstufen im Heer (Generale, Stabsoffiziere, Subalternoffiziere) wurden Orden in drei Klassen unterteilt: „Großkreuze“, „Komtur- oder Kommandeurkreuze“ und „Ritterkreuze“.

Die Dekoration werden wie folgt getragen:

-das Großkreuz an einem handbreiten Band über die Schulter, dazu ein Bruststern;

-das Komtur- oder Kommandeurkreuz an einem drei Finger breiten Band um den Hals und

- das Ritterkreuz am schmäleren Band (etwa 30 bis 35 mm) „im Knopfloch“ oder an der linken Brustseite.

Als Napoleon I. 1802 die „Ehrenlegion“ stiftete, fügte er den bisher üblichen drei Stufen noch zwei weitere hinzu:

das Großoffizier- oder Großkomtur- (Halsorden) und

das Offizierskreuz (Steckkreuz auf der linken Brust).

Die Regel, nur Personen des „gehobenen Standes mit Orden auszuzeichnen, konnte aber auf Dauer nicht aufrechterhalten werden. Um auch Soldaten für Tapferkeit und kleine Leute wegen ihrer Verdienste belohnen zu können, wurden Tapferkeits- oder Verdienstmedaillen und auch Tapferkeits- oder Verdienstkreuze gestiftet.

Diese trugen häufig den Namen eines bereits bestehenden Ordens ( MVK des MVO ) dem sie als besondere Klasse angeschlossen waren.

2. Die Stiftung:

Den „Militär-Verdienst-Orden“ stiftete König Ludwig II. von Bayern zusammen mit dem „Militär-Verdienstkreuz“, am 19.Juli 1866. Letzteres: „... zur Belohnung außergewöhnlicher Verdienste der Unteroffiziere, Soldaten und unteren Militärbeamten...“ Ab 1891 konnten Orden und Verdienstkreuz auch mit Schwertern“...für tapfere Taten und hervorragende Leistungen im Kriege...“, verliehen werden.

3. Beschreibung des Ordens:

Das Ordenszeichen ist im wesentlichen dem „Orden vom Pfälzer Löwen“ nachgebildet.

Im Medaillon der Vorderseite steht auf schwarzem Grund die goldene, gekrönte Chiffre „L“, im Medaillonring der Wahlspruch MERENTI (Für Verdienst).
Die Medaillonrückseite entspricht der Vorderseite des Pfälzer Löwenordens, jedoch mit der Jahreszahl 1866
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