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Urkundennachlass Günther vom Hofe

Vorgestellt wird der Urkundennachlass des Günther vom Hofe, ein Nachlass der als fast vollständig angesehen werden kann und einen recht umfassenden Überblick über den militärischen Werdegang eines jungen Mannes gibt, der aus einer Region Westfalens stammt, die als das “saure Land” das Sauerland bekannt ist.

Schaut man sich diesen Nachlass genau an, so stellt man fest das Günther vom Hofe aus Schalksmühle stammt, im damaligen Kreis Altena (heute vermutl. Hochsauerlandkreis) im Regierungsbezirk Arnsberg, wo er am 16.02.1922 geboren wurde.

Die Jugend verlief vermutlich relativ unspektakulär, wie man es für diese Region annehmen darf. Die Höhepunkte des Jahres dürften die regionalen Schützenfeste gewesen sein, ebenso wie Feuerwehrfeste, Dorffeste und dergleichen mehr.

In diesem Zusammenhang ist dann wohl auch die Teilnahme am Erwerb des Reichsportabzeichens zu sehen, wozu er sich im Oktober 1941 beim Schalksmühler Turnverein angemeldet hat. Interessant in diesem Zusammenhang ist das ins Urkundenheft für Männer eingeklebte Foto, das Günther vom Hofe noch in Zivil zeigt.

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Relativ kurz danach muß dann die Einberufung erfolgt sein (Anfang 1942), da war Günther vom Hofe gerade mal 20 Jahre alt. Eine Freiwilligenmeldung ist kaum anzunehmen, zum einen hätte er schon bei Kriegsausbruch 2 1/2 Jahre zuvor als Kriegsfreiwilliger einrücken können, zum anderen ist das nicht unbedingt ein typischer Wesenszug der Westfalen.

Als jedoch die Einberufung da war, rückte er ein und erfüllte seine Aufgaben pflichtgemäß, zunächst in der 5. Batterie / Artillerie-Regiment 34, das im Oktober 1936 in Koblenz aufgestellt worden war und im weiteren Verlauf seine Standorte in Frankfurt/Main, Trier, Idar-Oberstein und Hammelburg hatte.

Sehr schnell folgten dann die Beförderungen durch die Mannschaftsdienstgrade, im August 1943 gehörte seine Einheit der 2. PzArmee der Heeresgruppe Mitte an, die in Poltawa (Ukraine) eingesetzt war, dort erhielt er auch vom Kommandeur der 34. ID. General der Infanterie Friedrich Hochbaum das Eiserne Kreuz 2.Klasse verliehen, da war er schon Unteroffizier.

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In dieser Eigenschaft / mit diesem Dienstgrad folgte dann die Abkommandierung zur Einheit Feldpostnummer 29 849 E am 08.12.1943, hierbei handelte es sich um den Lehrstab II u. Lehrgang VI-X Schule fur Fahnenjunker d. Artillerie.

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Nach erfolgreicher Absolvierung kehrte er dann zur 2. Batterie / Artillerie-Regiment 132 zurück, wo er dann im September 1944 vom Kommandeur der 132. Infantrie-Division Generalleutnant Herbert Wagner das Eiserne Kreuz 1.Klasse verliehen bekam, da war er bereits Leutnant.

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Im September 1944 war das Kriegsende schon vorhersehbar und leider forderte der “Endkampf” in viel zu vielen Fällen völlig überflüssige Opfer, ein sehr trauriges Schicksal, dem Günther vom Hofe glücklicherweise entkommen ist.

Sein weiterer Weg führte ihn direkt in die Kriegsgefangenschaft, aus der er nach etwas mehr als 4 Jahren am 20. August 1949 entlassen wurde, da war die Bundesrepublik Deutschland ziemlich genau 3 Monate alt (Gründung 23. Mai 1949).

Der abgebildete Entlassungsschein ist ein aussergewöhnliches Zeitdokument, denn es zeigt den Abschluß einer militärischen Laufbahn die mit 20 Jahren begonnen hatte und mit 27 1/2 Jahren ein glückliches Ende gefunden hat, denn es darf angenommen werden, das Günther vom Hofe in seinen Heimatort Schalksmühle im schönen Sauerland zurückgekehrt ist.

Über den weiteren Lebensweg ist nichts weiter bekannt.

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