Listinus Toplisten

Reservistenkrug des Reservisten Krüger I, bei der 1. Komp. Garde-Train Bataillon, Berlin-Tempelhof 1911-13

Der Krug ist aus Steinzeug und etwa 4 cm. höher als üblich.

Im Gegensatz zu einer 2jährigen Dienstzeit bei Infanterie und Artillerie, betrug diese hier 3 Jahre.

Das gilt für alle berittenen Einheiten, da hier die Ausbildung doch wesentlicher intensiver gewesen ist.

Die Trainabteilungen waren auch im Gegensatz zur Infanterie und Artillerie wesentlich kleiner bzw. anteilmäßig, zu 217 Inf.Reg und 123 Ari.Reg.

Es gab 25 Train Battaillone und nur ein Garde-Train.

Noch ein paar Anmerkungen dazu:

In den Anfängen der Reservistenandenken waren die Pfeifen das Erste. Die Älteste Reservistenpfeife, die mir bekannt ist, stammt aus dem Jahr 1859.

Krüge kamen erst später in Mode, so um 1880.

Diese Teile waren alle noch handegemalt und das teilweise doch sehr "unförmig", was Personen und Tiere (hier hauptsächlch Pferde) anging.

Da dieser Trend immer mehr Anhänger fand, ist es nur logisch, das die Herstellung von Reservistika im großen Stil, so gegen/ab 1907, kostengünstiger und schneller ablaufen mußte.

So wurden ab dieser Zeit, die aufwendige Handmalerei, duch Abziehbilder und mittels Stahldruckverfahren ersetzt. Es wurden nur noch bestimmte Details mit der Hand nachgemalt (Knöpfe, Paradebüsche, Wald , Wiesen etc. und halt der Name)

Die Krüger wurden ab dieser Zeit auch größer und die Deckel noch imposanter.

Dennoch sind alle Krüge verschieden geblieben, da es eine Vielfalt von verschiedenen Motiven gab, die ja auch immer speziell auf das Regiment bezogen sein mussten.

Krüge, die mit mit gleichem Dekor vorkommen , sind meistens aus der gleichen Einheit und aus dem gleichen Zeitraum.

Preisliche Einschätzung:

Natürlich muß man hier nach Seltenheit und Ausführung gehen.

Marinekrüge sind gemessen an den anderen Einheiten nur mit 2% Anteil zu sehen und wenn dann ein Reservist auf einem Kanonenboot gedient hat, wo es nur 40 Mann Besatzung gegeben hat, ist dieser Krug schon höher zu Bewerten.
Ist dieses Kanonenboot dann auch evt. noch im Chinafeldzug dabeigewesen und der Krug stammt aus dieser Zeit, ist dem Sammlerwert nach oben hin keine Grenze gesetzt !!

Weitere Beispiele zur Ausstattung und zur Seltenheit:

Deckel aus Porzellan, anstatt Zinn, ....Glaseinsätze,......Deckelfigur als Kopfbedeckung, besonder Krugformen (z.B. Totenkopf), alle Ostdeutschen Regimenter, kleinste Einheiten, wie Bäckereinheiten, Telegrafen, Luftschiffer, Flieger, Versucheinheiten, Bekleidungsämter Kolonial (Afrika, China)usw. usw.. Eigenlich alles was sich aus der großen Masse hervorhebt!

Natürlich werden hier auch jede Menge Kopien angeboten, sind aber mit etwas Sachverstand noch leicht zu erkennen
.