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Offiziershelm der Sächsische Gardereiter in der Trageweise ab dem 19.07.1907 aus dem Garde-Reiter-Regiment (1. Schweres Regt.) - Teil 1

von Gunnar Herbst

Der hier vorgestellte Helm stellt im weiteren Sinne das gegenstück zum Offiziershelm der Preußischen Garde du Corps dar.

Das Regiment der Sächsischen Garde - Reiter mit Sitz in Dresden wurde 1680 errichtet.

Erst am 19.07.1907 wurde der Aufsatz-Paradelöwe als Erinnerung an die gewonnene Schlacht bei Friedland am 14. Juni 1807 dem Regiment verliehen.

Allerdings existiert noch eine andere Aussage, warum und aus welchem Anlass der Paradelöwe diesem Regiment verliehen wurde.

So nennt eine weitere Quelle, dass der Paradelöwe aufgrund des 100. Jahrestages zur Erhebung des Regiments König-Kürassiere zur Garde und der Umbenennung in Leib-Kürassier-Garde erfolgte.

Dieser Helm mußte von den Offizieren auf eigene Rechnung selbst beschafft werden.

Kammerstempel weist ein Offiziershelm niemals auf. Allerdings kommen Größenangaben und Herstellerstempel/Etiketten vor.

Der Paradelöwe wurde nur zu besonderen Anlässen aufgeschraubt. Im Tagesdienst wurde der Helm mit einer sechsfach gefluteten Dienstspitze, aus Tompak auf Kleeblattbasis getragen.

Beschreibung:

Der Helmkorpus besteht aus Tombak. Ebenso die gewölbte Schuppenketten, die bei der Offiziersausführung an Kleeblattrosetten befestigt sind.

Das Helmemblem besteht aus Neusilber, manchmal sogar aus echtem Silber und weist in seinem Zentrum die sächsische Rautenkrone auf. Diese ist bei Offizieren durchbrochen gearbeitet und vergoldet.

Das Helmemblem ist mittels zwei Schrauben innenseitig am Helmkorpus verschraubt.

Im Detail betrachtet kommen unterschiedliche Helmembleme vor. So kann ein Emblem beispiesweise sehr stark gewölbt und von seinen einzelnen Strahlen her sehr scharfkantig ausgeformt sein während ein anderes Helmemblem eher sehr flach gefertigt wurde.

Der Helm ist innen mit einem Seidenrips, manchmal auch mit einem sehr feinen gelaschten Lederinnenfutter ausgekleidet. Dies sollte den Tragekonfor erhöhen.

Der Vorderschirm und auch der Nackenschirm waren mit unterschiedlichen Materialien ausgekleidet. Hier kam Samt in unterschiedlichen Farben, Kalbsleder, Maroquinleder usw. vor.

Der Paradelöwe besteht ebenfalls aus Neusilber, in Ausnahmefällen kommen auch echt silberne Stücke vor. Er ist hohl gefertigt und wird mittels einer an der elibsenförmigen Bodenplatte zentrisch angebrachten Gewindestange und einer Flügelmutter am Helmkorpus verschraubt.

Der Paradelöwe in der Offiziersausführung ist im Gegensatz zur Mannschaftsausführung frostig weiß versilbert. Die hervorstehenden Kanten wurden mit Achat anpoliert.

Der Löwe besteht aus mehreren Einzelteilen und weist am Hodensack und im hinteren Lauf eine Sortiernummer auf.

Vorsicht: Alle Einzelteile dieses Helmes werden hervorragend bis hin zur Perfektion kopiert.