Josef Karl - Biografie eines Frontsoldaten im 2. Weltkriege

Geboren am 9. November 1922 in Metternich / Rheinland

 

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Einberufung am 21.Juli 1941 - 1.Kompanie, Infantrie-Ersatz-Bataillon (motorisiert) 156, Standort Lingen

ab 20.Februar 1942 - 1.Kompanie, Infantrie-Regiment (motorisiert) 156. Unterstand der 16. Infantrie-Division (motorisiert) und wurde 1942 in Mittelrussland, Kursk und im Kaukasus eingesetzt

Im Einsatz dort an der Ostfront wurde er am 27.Juli 1942 bei Svoboda, 30 Km nördlich von Kursk in Russland, verwundet.
Diagnose: Steckschuss linker Oberschenkel und Oberarmverletzung

Nach kurzem Aufenthalt am Hauptverbandsplatz wurde er am 29.Juli 1942 ins Kriegslazarett 2/561 nach Taganrog, an der Küste des Asowschen Meeres in Südrussland, verlegt.

Am 1.August 1942, Rücktransport mit dem Flugzeug ins Reservelazarett 1 nach Bamberg. Vermutlich dort ausgezeichnet mit dem Verwundetenabzeichen in Schwarz.

Ab 1.Oktober 1942, garnisonsverwendungsfähig zur Truppe in die Genesungskompanie, Infantrie-Ersatz-Bataillon 156, Stanort Lingen.

Ab 3.Dezember 1942, Marschkompanie Grenadier-Ersatz-Bataillon (motorisiert) 156

Ab 28.Januar 1943, 2.Kompanie des Grenadier-Regiment (motorisiert) 148 (unterstand der bei Stalingrad vernichteten 29.Infantrie-Division)

Ab 25. März 1943 versetzt zur 11. Kompanie des Grenadier-Regiment (motorisiert) 71. Diese unterstand der bei Stalingrad vernichteten 29.Infantrie-Division und wurde am 1.März 1943 in Frankreich neu Wiederaufgestellt und der 29.Panzer-Grenadier-Division angeschlossen.

Im Juni 1943 wurde diese Einheit nach Süd-Italien verlegt.

Die Operation Husky gegen Sizilien begann am 10. Juli 1943 und wurde bis Mitte August erfolgreich abgeschlossen.

In hartem Abwehrkampf vernichtete er in einer fast aussichtslosen Situation im Nahkampf einen feindlichen Panzer und rettete damit vielen Kameraden auf dem Rückzug das leben. Am 28. August 1943 wurde ihm dafür durch Generalmajor Walter Fries das Eiserne Kreuz 2 Klasse verliehen.

Mit dem „Unternehmen Lehrgang“ kam es am 17. August 1943 zur schnellen Räumung Siziliens.

Insgesamt wurden 101.569 Soldaten über die Straße von Messina übergesetzt, darunter 39.569 deutsche und 62.000 italienische Soldaten, weiterhin 4.444 Verwundete, 9.832 Fahrzeuge, 47 Panzer, 135 Geschütze, 2.000 Tonnen Munition und Treibstoff sowie 15.000 Tonnen an sonstigem militärischem Material.

Bei seinem letzten Heimaturlaub, vermutlich im September / Oktober 1943, hinterließ er seine Auszeichnung mit Urkunde und einige Bilder von Italien seiner Mutter.

Lediglich das Verwundetenabzeichen ist nicht das verliehene Stück sondern wurde, zur Vervollständigung des Nachlasses, nachträglich ergänzt.

Am 10.November 1943, letzte Versetzung in die 5.Kompanie des Grenadier-Regiment (motorisiert) 71. Sie unterstand der 29.Panzer-Grenadier-Division in Italien.

Dort wurde Josef Karl zuletzt als Sanitäter eingesetzt. Dazu hatte er sich, laut Aussage seiner Mutter, freiwillig gemeldet.

Letzter Lebensbeweis ist eine Weinzeitung vom 8.Dezember 1943, vermutlich im Zusammenhang mit seiner Ausbildung zum Sanitäer.

Anfang März 1944 erreichte folgender Brief seine Mutter in Metternich:

Sehr geehrte Frau Karl,

Die Kompanie hat für Ihren Schmerz volles Verständnis. Wir verloren mit Ihrem Sohn einen unserer tapfersten und besten Soldaten. Er war zuletzt Sanitätsdienstgrad der Kompanie. Durch seinen Mut und seine Einsatzbereitschaft hat er manchen verwundeten Kameraden das Leben gerettet. Er tat im wahrsten Sinne des Wortes bis zum letzten seine Pflicht.

Als er am 9. Januar 1944 einen verwundeten Unteroffizier der Kompanie bergen wollte, schlug in der Nähe eine Granate ein. Ein splitter der Granate traf Ihren Sohn in den Kopf und er war sofort tot.

Die Kompanie lag damals im schwersten Kämpfen in der Nähe von Cervaro im Raum Casino. Leider ließen es die besonderen Umstände des Kampfgeschehens nicht zu, daß Ihr Sohn beerdigt wurde.

Unmittelbar nach dem er gefallen war, musste die Kompanie die Stellung räumen. Es ist aber mit Bestimmtheit anzunehmen, dass Ihr Sohn von dem nachdrängenden Gegner begraben wurde. Bisher ist hier an dieser Front kein Fall bekannt geworden, daß gefallene deutsche Soldaten, die nicht geborgen werden konnten, nicht begraben worden wären. So wird auch Ihr Sohn seine letzte Ruhestätte gefunden haben,

Lüßcoviak Fritz / Hauptfeldwebel-Diensttuer