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Die verschiedenen Methoden des sogenannten "Frostings" am Beispiel des Eisernen Kreuzes.

von Andreas Wiederspahn

Es gibt 3 Methoden einen Kontrast zwischen dem geriffelten Innenteil der Zarge (Frostung genannt) zu erreichen:

"Frostung" durch Farbe

Bei dieser Methode wird der Kontrast zwischen dem geriffelten Teil und den polierten Außenzargen („Frostung“) durch den Einsatz weißer Farbe hervorgehoben. Einige Hersteller, wie zum Beispiel Deumer und Steinhauer & Lück haben auch die Rückseiten der EKs, zum Schutz der Oberfläche bis zum Verkauf, mit einer Schicht dieser weißen Farbe versehen aufgetragen (siehe Abb.2). Diese Methode ist die günstigste und wurde hauptsächlich in der späten Kriegszeit verwendet.

Effekt durch Nicht-Polieren

Es gibt auch EKs bei denen die Zarge einfach bis zum vorgeschrieben mattsilbernen Ton versilbert wurde und die Kanten der Zargen wurden dann auf Hochglanz poliert. Eine sparsame Methode, die in der Zeit der absoluten Materialknappheit 1941/42 oft Verwendung fand.

Das klassische "Frosten" (Weißsieden)

Die älteste Methode ist die chemische die man oft bei Schinkelstücken und anderen Stücken die in der frühen Kriegzeit hergestellt wurden antrifft.

Es gibt mehrere Verfahrenstechnicken die aber alle das gleiche Resultat haben. Deshalb beschriebe ich mal nur eine davon und zwar die meist genutzte. Genannt wird sie Weißsieden.

Die Zargen werden ganz normal versilbert und die Kanten werden poliert. Danach werden die Stellen welche glänzend poliert bleiben sollen mit einem hitzebeständigen Material abgedeckt. Auf die Stellen welche weißgesotten (gefrostet) werden sollen wird Schwefel oder Weinsteinlösung aufgetragen. Die Zarge wird dann erhitzt und bei diesem Vorgang wird dem Silber das enthaltene Kupfer entzogen. Silber als Legierung ist, wie die Bezeichnungen 800 oder 925 schon aussagen nicht absolut rein. Zum Beispiel 800 bedeutet das 800 Teile Silber auf fast 200 Teile Kupfer kommen (andere Stoffe sind in unerheblichen Mengen enthalten), denn 1000 ist bei der Promillerechnung die Zahl für den puren Stoff. Zurück bleibt eine mattweiße Schicht aus reinem Silber.

Vorteil dieser Methode ist die Haltbarkeit des Effektes.

Der Grund weshalb es relativ viele EKs mit gut erhaltener Frostung mit Farbe gibt liegt also darin, daß diese Stücke gen Kriegsende hergestellt wurden, weshalb die Stücke welche man in den Lagern gefunden hat eben zumeist Stücke mit dieser Variante der Frostung waren.

Andererseits haben generell viele EK 2. Klasse die Zeit deshalb gut überstanden, weil sie vorschriftgemäß nur 24 Stunden nach der Verleihung am Band getragen wurden. Dieses wurde durch das zweite Knopfloch von oben gesteckt und führte schräg nach unten um die Leiste herum, um dann hinten mit der mitgelieferten Sicherheitsnadel zusammengehalten zu werden. Das EK 2 hing dabei recht lose an diesem Band. Danach wurde das EK 2 in fast allen Fällen, zur sicheren Aufbewahrung nach Hause geschickt.

Aus diesem Grund gibt es grundsätzlich aus jedem Herstellungszeitraum Exponate in Besterhaltung an denen man noch gut alle Stufen der Herstellung erkennen kann.

Bei der Farbfrostung muß man zusätzlich zwischen vielen Qualitätsstufen unterscheiden. Es gibt Stücke, bei denen diese Schicht durch bloßes Berühren schon Schaden nimmt und es gibt Stücke der Qualitätshersteller, bei denen diese Farbe sehr beständig ist.

Ich habe z.B. ein EK 2 des Herstellers 21 (Godet) dessen Kern mit Flugrost übersät war, welchen ich mit Ballistol, in geringen Mengen verwendet ein sehr gutes Mittel, entfernte. Danach viel mir auf das die Farbfrostung noch sehr gut erhalten war.

Zusammenfassend kann man also guten Gewissens als Fazit annehmen, daß alle Varianten der sogenannten Frostung geeignet sind und wenn die Qualität der verwendeten Produkte und die Verarbeitungsqualität stimmt, so sind alle drei Varianten dauerhaft schön.

Zur Veranschaulichung von zwei der drei genannten Arten der Frostung kann ich Beispielbilder einfügen. Von der Methode der >nicht polierten Riffelung< habe ich leider bislang keine Beispielbilder.

Als Beispiel für eine Farbfrostung dient ein EK 1. Klasse des Hersteller 26, bei dem man recht deutlich erkennen kann, daß es sich um Farbe handelt welche den Effekt erzeugt. Als Beispiel des im Texteil "Frostung" durch Farbe erwähnten Oberflächenschutzes ist als zweites die Rückseite eines EK 1 des Herstellers S&L abgebildet bei der man gut den weiteren Verwendungszweck dieser Farbe sehen kann.

Als Beispiel für eine Zarge deren geriffelter Teil weißgesiedet wurde habe ich ein Bild welches unter hoher Vergrößerung gut erkennen läßt, daß es sich um einen chemischen Prozess handelt, bei dem das Silber rau und mattweiß wird.*

"Frostung" durch Farbe

Die Rückseite wurde oft zum Schutz mit der selben Farbe überzogen

Das klassische "Frosten" (Weißsieden) stark vergrößert