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Degen für preußische Staatsbeamte um 1900

von Uwe Bargmann

Vorgestellt wird ein Degen für preußische Staatsbeamte um 1900, der auf dem Stichblatt den Preußenadler mit Königskrone zeigt.

Die Griffschalen sind aus echtem Perlmutt, der Griff aus vergoldetem Messing, das Stück wurde handziseliert.
Die Scheide ist aus Leder mit Beschlägen aus Buntmetall, das vergoldet wurde.

Abmessungen:

Größe des Degens: 950 mm.
Größe der Klinge: 805 mm.
Gewicht: 722 g.

Material: Buntmetall vergoldet, Leder und Perlmutt.

Hersteller: WKC Weyersberg, Kirschbaum & Cie. Solingen.

Einführungsjahr: ca. 1900.

Der Träger ist bekannt, er war Arzt bei der kaiserlichen Marine.

Die Klinge zeigt das Herstellerzeichen WKC - Weyersberg, Kirschbaum & Cie. Solingen, es ist eingeschlagen auf der Klingenvorderseite.

Die Klinge zeigt beidseitig eine Ätzung, sie ist 320 mm lang, sie zeigt am Anfang 120 mm und am Ende noch einmal 130 mm Florale Motive. In der Mitte ist auf ca. 70 mm auf beiden Seiten ein unterschiedliches Motiv zu sehen, auf der Vorderseite einen Ritter in einer Rüstung mit Schild und Lanzen usw., auf der Rückseite eine Pickelhaube mit Busch, Schwerter, Bajonette, eine Flagge, eine Trommel, Trompete usw..

Die Klinge ist gesamt 805 mm, die Fehlschärfe beträgt 35 mm danach ist sie ausgeschmiedet mit einem Mittegrad. Die Scheide ist aus Leder mit vergoldeten Beschlägen.

Getragen wurden solche Degen von wohlhabenden Personen, darunter Staatsminister, Botschafter und Gesandte, bevollmächtigte Minister, Ministerresidenten und wirklich bleibende Geschäftsträger, Gesandtschaftsattachés und Legations-Sekretäre legten dieses Degenmodell ebenso an, wie die General-Landschafts- und Landschafts-Direktoren, Landschafts- und Ritterschaftsräte, Präses oder Vorsitzende landwirtschaftlicher Kreditvereine und Landesälteste

So wird es in Gerd Maier's Werk "Preußische Blankwaffen" beschrieben.

Die Nachfahren des Trägers behaupten glaubwürdig das der Degen bei der Marine so getagten getragen wurde. Es ist zwar kein Marine Degen aber es kommt immer wieder vor, daß Marinebeamten, in diesem Fall ein Arzt, solche Stücke getragen haben.