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Aus dem kurzen Leben eines bayrischen Gebirgsjägers

Karl Ibler * 11.12.1912 † 21.05.1940

Karl Ibler, katholisch, wurde am 11.11.1912 in München geboren.

Nach seiner Schumacherlehre trat er am 08.04.1931 in die bayrische Landespolizei ein.

Bemerkenswert ist, dass er kurz vor dem Übertritt in die Wehrmacht als junger Mann am 11. Juli 1935 seinen zivilen Führerschein erworben hat, was zur damaligen Zeit mit Sicherheit nicht allzu oft vorkam. Man beachte das schöne Portraitfoto in bayrischer Tracht!

Als die Polizeieinheiten ab Sommer 1935 aufgelöst bzw. in die Wehrmacht eingegliedert wurden, kam in Folge dessen auch Karl Ibler am 1. August 1935 zu dem neu aufgestellten Gebirgsjäger-Regiment 100 in Bad Reichenhall, 7. Kompanie.
Dieses Regiment bestand zum großen Teil aus Polizeiabgaben.

Nur wenige Tage später, am 24. August 1935, erfolgte die Vereidigung auf den Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler.
Hier ein nettes Foto seiner (ehemaligen Polizei-)Kameraden in einem bayrischen Biergarten.
Auffallend ist, dass fast alle Soldaten älteren Jahrganges sind.

Karl Ibler erhielt eine Ausbildung an folgenden Waffen:
- Karabiner 98 b und k
- leichtes M.G. 08/15 und M.G. 13
- Maschinenpistole 18
- Pistole 08
- M.G. 35


Seine Beförderungen:
- 08.04.1932: Polizei-Unterwachtmeister
- 01.04.1935: Polizei-Wachtmeister
- 01.06.1935: Polizei-Truppwachtmeister
- 01.08.1935: Oberjäger (Unteroffizier)
- 01.11.1938: Feldwebel


Seine Auszeichnungen:
- Wehrmachtdienstauszeichnung IV. Klasse (hierbei wurden seine 3 Jahre bei der Polizei mit angerechnet)
- Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938 (Anschluss Österreich)
- Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 (Anschluss Sudetenland)
- Schießabzeichen für Gewehr 1938


Am 12. Oktober 1937 wurde er zur 7. Kompanie des Gebirgsjäger-Regiment 98 nach Lenggries versetzt.
Der Abschied fiel schwer, da Karl bei seinen Kameraden durch seine offene, lebensfrohe und bayrisch-lustige, humvorvolle Art sehr beliebt war, was der folgende Abschiedsbrief schön darstellt: Man beachte die verwischte Träne auf dem Dokument...

Den Einmarsch in Österreich im Frühjahr 1938 und dem Sudetenland 1938 machte Ibler mit seinem Gebirgsjäger-Regiment 98 mit.

Nachfolgende ein Foto von Karl Ibler nach seiner Beförderung zum Feldwebel, aufgenommen Anfang 1939:

Im Polenfeldzug kämpfte das 98-er Regiment im Verband der 1. Gebirgsdivision vor Lemberg (Einschließung der Stadt) und Tomaszow.

Noch Ende 1939, oder aber Anfang 1940, heiratete er seine Freundin und Jugendliebe.

Anbei sein Wehrpass, welcher am 4. Mai 1939 in Lenggries ausgestellt und von seinem Kompanie-Chef Hauptmann Schreiber (zuletzt Major und von Okt. 1942 bis Januar 1943 Kommandeur II. Btl./G.J.R. 91) unterschrieben wurde:

Zu sehen ein Foto vom Frühjahr 1940. Abgelichtet ist ein freundlich lächenlnder, aber auch nachdenklich, in die Kamera schauender junger Mann. Ob er eine böse Vorahnung hatte?

Bis Mai 1940 wurde er und seine Kraxler im Operationsgebiet der Westfront eingesetzt, bis der Frankreichfeldzug begann.

Als einer der ersten Soldaten seines Regiments ist Karl Ibler am 21. Mai 1940 durch Kopfschuss am Oise-Aisne-Kanal in Frankreich gefallen. Mit ihm fielen seine Kompaniekameraden Gefreiter Adolf Prim (geb. 14.04.1916 in Kaufbeuren) und Gefreiter Johann Groß (geb. 21.11.1915 in Heindlschlag).

Die folgenden Bilder wurden am 16. Januar 1944 aufgenommen und sprechen für sich. Traurig macht das Foto seiner trauernden jungen Witwe an seinem Grab..

Heute ruht Karl Ibler auf dem Kriegsgräberfriedhof in Fort-de-Malmaison (Frankreich), Block 2 Reihe 11 Grab 836.

Ein sehr interessantes und trauriges Stück deutsches Zeitgeschichte, was wäre wohl aus Karl Ibler geworden, wenn er den Krieg gesund überstanden hätte?! Man wird es leider nie erfahren...